Wer kennt es nicht: Man öffnet den Kühlschrank und fragt sich, ob das Essen noch gut ist. Eine "Schnupperprobe" hilft nicht immer - besonders bei Lebensmitteln, die nicht so eindeutig riechen wie verdorbene Milch.
Forscher der University of California Berkeley haben nun eine Lösung entwickelt: eine "elektronische Nase", die verdorbenes Essen viel präziser erkennen kann als jeder Mensch.
Wie heise.de berichtet, bündelt das Sensorsystem 16 verschiedene Sensormaterialien auf einem einzigen Chip. Diese reagieren auf unterschiedliche Kombinationen gasförmiger Verbindungen und wandeln chemische Reaktionen in elektrische Signale um.
Das Besondere: Die Signalmuster werden von einer Künstlichen Intelligenz ausgewertet. Das KI-Modell wurde darauf trainiert, die Gerüche von sieben verschiedenen Lebensmitteln zu erkennen - darunter Erdbeeren, Bananen und verschiedene Nusssorten. Zusätzlich kann es Milch, Eier und rohes Hühnerfleisch "erschnüffeln".
In Tests erwies sich das System als äußerst empfindlich: Es konnte sogar 0,05 Gramm einer separierten Walnuss erkennen - etwa ein Hundertstel einer durchschnittlichen Nuss. Insgesamt kann die elektronische Nase 16 verschiedene Gerüche einordnen, mit einer Genauigkeit von 92,6 Prozent.
Die Wissenschaftler haben bereits eine portable Version entwickelt, die Informationen in einer iPhone-App anzeigt. Ihr großes Ziel: ähnliche Sensorchips in Kühlschränke zu integrieren.
So könnte der Kühlschrank der Zukunft direkt aufs Smartphone Bescheid geben, wenn ein Lebensmittel zu verderben beginnt - bevor man es selbst riecht. Besonders für Allergiker könnte das System lebensrettend sein, da es auch Allergene wie Nussreste präzise erkennt.