Das Hotel Intercontinental ist nicht nur eine Wiener Institution, es ist auch ein Symbol einer Zeit, die sich zunehmend verändert. So wird die Nobelherberge aus den 60er Jahren im Film "The Souffleur" (ab 13. Februar im Kino) nicht nur zu perfekten Kulisse, sondern spielt neben Hollywoodstar Willem Dafoe auch eine der Hauptrollen.
Der "Spider-Man"-Star mit dem markanten Gesicht verkörpert Hotelmanager Lucius. Alles um ihn herum verändert sich, er ist gesundheitlich angeschlagen und die Existenz des Hotels ist bedroht. Der schleichende Verfall wird spürbar, ein argentinischer Investor soll das Haus nun retten. Aber so einfach will sich der Manager nicht geschlagen geben.
Die Ode an die gute alte Zeit ist nicht nur berührend für alle Wiener. Der stille Film des argentinischen Regisseurs Gastón Solnicki, der als Kind erstmals nach Wien kam, ist auch ein gelungener Versuch, mit Veränderung umzugehen. Der Wiener Claus Philipp, selbst Dramaturg und ehemaliger Journalist, hat eine Rolle in "The Souffleur" ergattert. "Der Regisseur hat am Anfang so etwas gesucht, wie einen Bürgermeister von Wien", sagt er im "Heute"-Gespräch. "Ich bin jemand, der für den Hoteldirektor den Gegner ausspioniert, der offenkundig in der Stadt sehr gut vernetzt is und genau weiß, was gespielt wird."
Der Kinofilm wurde in nur 16 Tagen gedreht, "er hatte ein erschreckend kleines Budget", so Philipp weiter, zwischen 500.000 und 600.000 Euro. "Willem Dafoe hat dem Regisseur seine Arbeit an diesem Film praktisch geschenkt." Über seinen Auftritt, der mit wenigen Worten auskommt, meint der ehemalige Geschäftsführer des Stadtkinos: "Die Szenen, in denen ich mitspiele, waren eigentlich sehr unzusammenhängend – egal, ob ich die Anweisung kriege, fünf Minuten am Tennisplatz herumzugehen, mich mit Willem Dafoe über Soufflé zu unterhalten oder bei einer Gerichtsverhandlung zu sitzen."
Dass Hollywoodstar Dafoe unentdeckt durch Wien gehen konnte, gefiel Philipp. "Es wusste niemand, dass er da ist, das wurde wirklich gut abgeschirmt. Also das war, glaube ich, immer eine Grundregel, wenn man mit ihm arbeitet."
Dennoch ist er mit dem Ergebnis zufrieden. "Es ist ein Film über Trauer und über etwas, das vorbeigeht. Der Autor Josef Roth hat den schönen Begriff des Hotelpatriotismus entwickelt, eine Sehnsucht nach diesen Orten, die es fast nicht mehr gibt."