Mächtig steht der Proace Verso da. Wer viel Platz braucht, ist hier genau richtig. Und er ist im Innenraum äußerst vielseitig, damit er alle Anforderungen erfüllt. Es gibt unzählige Varianten, etwa als Großraumlimousine, als Kastenwagen, als Pritschenwagen oder als Kleinbus. Bei drei verschiedene Längen und zwei unterschiedlichen Radständen hat man fast die Qual die Wahl.
Es gibt den Proace Verso jetzt sogar mit Vierradantrieb, und den testeten wir auch. Konkret fuhren wir die Version 2,0D150 Family Medium 4WD in Rich Oak Braun. Das entspricht der goldenen Mitte, was Ausführung und Ausstattung betrifft. Angetrieben wird unser Fahrzeug von einem 2-Liter-Diesel mit 150 PS und 370 Nm maximalem Drehmoment, der aus dem Hause PSA stammt. Wir haben eine dritte Sitzreihe dabei, die sich wie auch die mittlere Bank im Verhältnis 60:40 umlegen lässt.
Medium bedeutet in diesem Fall die mittlere Länge mit 4,96 Meter und einem Radstand von 3,28 Meter; es gibt beim gleichem Radstand auch eine längere Version mit 5,31 Meter und eine kompakte mit 4,61 Meter, wobei der Radstand auf 2,93 Meter schrumpft.
Allrad oder mehr Gepäck?
Da sich die zweite und die dritte Sitzreihe verschieben lassen, gibt es ausreichend Beinfreiheit für alle, für Fahrer und Beifahrer sowieso. Doch halt, ein kleines Problem gibt es bei unserer Ausführung: Durch den Vierradantrieb kann das Ersatzrad nicht unterhalb der Hinterachse angebracht werden und muss in den Kofferraum wandern. Somit bleibt dort wenig Platz für Gepäck – die lange Version wäre hier empfehlenswerter.
Allerdings ist der Allradantrieb – ideal für Skigebiete oder Jagdgesellschaften – ohnehin aufpreispflichtig und schlägt sich mit 8.910 Euro zu buche. Ohne ihn würde unser Fahrzeug 44.190 Euro kosten.
Praktisch ist jedenfalls auch, dass es Schiebetüren auf beiden Seiten gibt. Auch sonst gibt es eine Menge hilfreiche Dinge in unserem Proace Verso: Ein Einparksensor mit 360-Grad-Kamera und ein Toter-Winkel-Warner, die bei einem so großen Auto äußerst sinnvoll sind. Ebenfalls dabei sind ein Regensensor, Fernlichtautomatik, Abbiegelicht, Scheinwerferreinigung, Tempomat, Klimaautomatik und Navi.
Besonders nett ist der kleine "Konversationsspiegel" oberhalb des Rückspiegels, mit dem man Blickkontakt zu seinen Fahrgästen hat. Oder den Kinderzirkus beobachten kann.
Komfortabel unterwegs
Und auch wenn der etwas stressig für den Fahrer sein kann, der Proace Verso tut alles, um ihn zu entspannen. Er lenkt sich äußerst angenehm, auch wenn er beim Einparken leichtgängiger sein sollte – da braucht man schon ein bisschen Kraft. Auf der Straße fährt er sich aber wie ein viel kleineres Auto. Der Motor beschleunigt selbst auf der Autobahn sehr gut, allerdings waren wir zugegebenermaßen nie voll besetzt und mit Gepäck unterwegs.
Auch das Schalten geht sehr angenehm dank des kurzen Ganghebels. Ein Automatikgetriebe gibt es übrigens nur bei den 180-PSigen Ausführungen. Gleichzeitig sitzen wir bequem, haben viel Platz und können alles gut bedienen. Besonders erwähnenswert ist die dreistufige Sitzheizung, die wirklich sehr schnell sehr heiß wird.
So fühlt man sich bereits auf Stufe 2 bei naßkaltem Wetter wohlig warm wie im Kaminzimmer. Auch wenn es für einen richtigen Kamin wohl genug Platz gäbe.