Seit fast zwei Jahren wird nach einem endgültigen Standort für den Campus der Digital-Uni IT in Linz gesucht. Nun gibt es offenbar eine überraschende Alternative: Statt eines Neubaus könnte die Universität in das ehemalige Kika-Gebäude in Linz-Urfahr ziehen, das schreiben die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN).
Zuletzt hatte sich bei der Standortsuche alles auf das Areal rund um das alte Biologiezentrum nahe der Johannes Kepler Universität (JKU) zugespitzt. Eine endgültige Entscheidung des Bundes gibt es aber noch nicht. Das notwendige Verfahren für eine Umwidmung des Areals läuft bereits.
Nun soll auch das ehemalige Kika-Gebäude ernsthaft geprüft werden. Das Areal liegt ebenfalls in Urfahr und nur wenige Straßenbahnhaltestellen von der JKU entfernt.
Offiziell bestätigt ist die mögliche Übersiedlung nicht. Laut Bundesimmobiliengesellschaft, die als Bauherrin fungiert, ist die Standortfrage weiterhin offen, so die OÖN. Verschiedene Möglichkeiten würden geprüft und laufend bewertet. Auch die Digital-Uni äußert sich entsprechend.
Laut den vorliegenden Informationen ist die Prüfung des Kika-Standortes noch nicht abgeschlossen. Grundsätzlich soll das Gebäude aber als geeignet gelten.
Ein entscheidender Punkt dürfte das Geld sein. Die Adaptierung eines bestehenden Gebäudes müsste deutlich günstiger kommen als ein kompletter Neubau.
Dazu kommt: Beim ehemaligen Kika müsste für den Campus keine neue Fläche versiegelt werden, berichten die OÖN. Beim Areal rund um das alte Biologiezentrum wäre das hingegen der Fall. Ein Umbau könnte außerdem schneller abgeschlossen werden. Auch die Straßenbahnanbindung spricht für den Standort.
Eigentlich hätte der neue Campus bereits seit Ende 2025 östlich der JKU gebaut werden sollen. Das Siegerprojekt wurde im Mai 2024 präsentiert. Die Errichtungskosten waren damals mit rund 234 Millionen Euro beziffert worden, finanziert von Bund und Land.
Doch im Oktober 2024 stoppte der damalige Linzer Planungsreferent und heutige Bürgermeister Dietmar Prammer (SP) das notwendige Umwidmungsverfahren. "Ich ziehe bei dem Projekt die Notbremse", sagte Prammer damals.