Sport

Sporthilfe: Frauen müssen mehr leisten als Männer

Die österreichische Sporthilfe änderte die Förder-Richtlinien. Sportlerinnen fühlen sich diskriminiert, "um Jahrzehnte zurückgeworfen".
Heute Redaktion
13.09.2021, 17:48

Aufregung um die österreichische Sporthilfe. Es gibt neue Kriterien für heimische Sportler und Sportlerinnen, um Förderungen zu erhalten. Dabei gibt es nun in einigen Sportarten geschlechterspezifische Unterschiede. Das sorgt für einen Aufschrei unter den Top-Athletinnen.

Die "APA" zitiert zwei Weltklasse-Snowboarderinnen, die sich und ihre Kolleginnen durch das neue Programm stark benachteiligt fühlen: Claudia Riegler und Sabine Schöffmann.

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Schöffmann spricht von einem "Schock", "Wahnsinn in der heutigen Zeit" und einem "Schlag ins Gesicht". "Frauenleistungen haben eh schon eine geringere Wertschätzung. Die Sporthilfe zeigt uns Schwarz auf Weiß, wie sie das empfindet", schäumt die 26-Jährige.

Sie ist eine der Leidtragenden. Ihre drei Top-Vier-Platzierungen im vergangenen Weltcup-Winter reichten in der Sporthilfe nicht zum Goldstatus. Frauen benötigen nach dem neuen Kriterienkatalog vier solcher Platzierungen. Bei den männlichen Kollegen reichen hingegen zwei.

Von der Sporthilfe wird das durch die geringere Teilnehmer-Zahl bei den Damenbewerben der betroffenen Sportarten (Snowboard, Skisprung, Ski-Cross, Kunstbahnrodeln und mehrere Ski-Freestyle-Disziplinen) erklärt. Geschäftsführer Harald Bauer zur "APA": "Wir haben mit diesem Modell die Sportarten angepasst und gerechte Lösungen gefunden."

Für Riegler eine unzulässige Erklärung: "Ich frage mich, was die Teilnehmerzahl mit der Leistung zu tun hat. In elf Weltcuprennen gab es heuer neun verschiedene Siegerinnen, das sagt für mich alles aus." Sie fühle sich "um Jahrzehnte zurückgeworfen", betont, dass Frauen gleich viel und hart trainieren und gleich viele Läufe absolvieren.

Die Sporthilfe unterteilt Sportler in die Kategorien Gold, Silber und Bronze, verteilt entsprechend in absteigender Höhe Förderungen. In olympischen Disziplinen – wie es bei Schöffmann der Fall ist – heißt das 800, 400 oder 200 Euro monatlich je nach Status. (Heute Sport)