Das letzte Match der ATP-Saison beim Londoner World-Tour-Finale zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal ist ein Spiegelbild der gesamten Saison gewesen. Denn die beiden dominierten 2013, kein anderer hielt mit. Am ehesten noch Wimbledon-Sieger Andy Murray, doch der Schotte spielte aufgrund einer Rückenblessur seit Mitte September kein Match mehr. So hat der Spanier David Ferrer als Weltranglisten-Dritter nicht einmal die Hälfte der Punkte von Djokovic erreicht.
Das Solo für zwei machte Djokovic ab dem gegen Nadal verlorenen Finale der US Open fast zur Einmann-Show, 22 Siege in Folge mit Titeln in Peking, Shanghai, Paris und nun London lassen da keine Diskussion aufkommen. Mit einem 6:3, 6:4 im erst fünften "Masters"-Showdown der Nummern eins und zwei der Setzliste seit 1973 holte der Serbe seinen dritten Titel bei diesem Event nach 2008 und 2012. Er kassierte dafür 1,923.000 Dollar (1,44 Mio. Euro).
Schneller Rückstand als Grund für Nadal-Niederlage
Der 1,013.000 Dollar (756.308,80 Euro) einstreifende Nadal war schnell 0:3 zurückgelegen und sah darin einen Grund für die Niederlage. "Da hat er viel besser gespielt als ich, danach gab es aber nicht mehr viel Unterschiede", wurde der Ibererer auf der ATP-Homepage zitiert. "Aber den Unterschied hat auch das Service gemacht." Während der Weltranglisten-Erste mit seinem Aufschlag nicht zufrieden war, bescheinigte er seinem Gegner eine sehr gute Service-Qualität.
Djokovic verbesserte sein Service
Und die kam nicht von ungefähr. "Nach den US Open haben wir einige Dinge analysiert, speziell die Matches gegen Nadal", erläuterte Djokovic. "Ich musste erkennen, was da falsch gelaufen war. Wir haben dann an einigen Dingen in meinem Spiel gearbeitet, darunter auch an meinem Service. Dadurch habe ich in den vergangenen beiden Monaten einige Matches gewonnen."
Kondi-Trainer ist Österreicher
Mit in seinem erfolgreichen Betreuerteam ist mit Konditionstrainer Gebhard Gritsch auch ein Österreicher. "Mein Team hat eine Menge dafür gemacht, dass ich mich verbessere. Sie haben einen tollen Job getan", sagte Djokovic. Zwei Siege können beim 26-Jährigen heuer noch dazukommen, führt er doch Serbien am Freitag in Belgrad in das Davis-Cup-Finale gegen Tschechien. Heimvorteil und Djokovic' Form machen die Serben zum Favoriten.
Nadal bleibt die Nummer 1
An Nadals Saisonbilanz kommt der Australian-Open-Sieger aber nicht mehr heran. Der Spanier schloss seine tolle Comeback-Saison mit nur sieben Niederlagen und seinem 14. Finale ab, zehnmal ging er heuer als Turniersieger vom Platz. Djokovic musste sich mit "nur" sieben Titeln zufriedengeben. Als erster Spieler überhaupt schaffte es Nadal zum Jahresende zum zweiten Mal zurück zur Nummer eins, 2008 und 2010 hatte er diese Position schon innegehabt.
Djokovic: "Wir treiben einander ans Limit"
Nadal gegen Djokovic gab es mit dem 17. Djokovic-Sieg nun schon 39-mal, doch langweilig wird dieses Duell deswegen nicht. "Wir treiben einander bis ans Limit und werden dadurch auch immer besser", meinte Djokovic. "Wir arbeiten noch intensiver an unserem Spiel. Es ist immer eine große Herausforderung. Das ist eine hervorragende Basis für die nächste Saison. Ich bin extra motiviert und inspiriert."
Nadal: "Nicht möglich ohne meine Familie"
Beinahe voll zufrieden ging Nadal in die rund siebenwöchige Turnierpause, nur sein erster "Masters"-Titel blieb ihm wieder verwehrt. Mit zehn Finalsiegen brachte er es aber auf nur einen weniger als in seiner bisher besten Saison, obwohl er erst im Februar auf die Tour eingestiegen ist. "All diese Erfolge heuer - ohne meiner Familie, meinem Team wäre das unmöglich gewesen. Dieses Jahr brachte mir so viele spezielle Gefühle, so viele spezielle Momente."