Polen-Fans verprügeln Falschen

DNA-Spuren überführen Hooligans nach Autobahn-Attacke

Acht Polen stehen nach einem Hooligan-Angriff auf der A9 wegen Raubes vor Gericht. Die Beweislast ist erdrückend, dennoch schweigen alle Angeklagten.
Christian Tomsits
22.06.2026, 05:45
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Vermummte Fußball-Hooligans aus Polen sollen im vergangenen November bei Kalsdorf (Steiermark) mit einer gezielten und brutalen Attacke für Chaos, Panik und Entsetzen auf der Pyhrnautobahn gesorgt haben – wir berichteten. Während eigentlich Ultras des verfeindeten Fußballclubs Dynamo Zagreb das Ziel der unglaublichen Attacke waren, traf die Gewalt aufgrund einer Verwechslung zwei unschuldige Kroaten, die sich gerade auf dem Weg zu einem Autokauf in Deutschland befanden.

Die völlig unbeteiligten Opfer wurden von den Vermummten mit Eisenstangen und Holzstielen malträtiert und schwer verletzt, ihr ausgeborgtes Auto dabei total zerstört. Zudem wurde den Männern Bargeld in der Höhe von 28.000 Euro geraubt. Am Dienstag stehen acht Inhaftierte Schläger-Fans zwischen 17 und 51 Jahren in Graz vor Gericht – darunter Lkw-Fahrer, Bauarbeiter, ein Schüler und vier Familienväter.

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Laut Anklage waren die Beschuldigten nach einem Conference-League-Spiel von Legia Warschau beim slowenischen Klub Celje auf dem Heimweg nach Polen. Nachdem eine verabredete Massenschlägerei mit den berüchtigten "Bad Blue Boys" von Dinamo Zagreb vereitelt worden war, wollten die Polen Kroaten am Rückweg abpassen.

Auf der A9 brachten die Hooligans via Chat koordiniert mehrere Fahrzeuge durch gemeinsames Abbremsen auf mehreren Spuren den Verkehr zum Stillstand, dann stürmten die Hooligans vermummt und bis an die Zähne bewaffnet aus ihren Autos und umringten einen Pkw mit kroatischem Kennzeichen. Die für Fans gehaltenen Opfer wurden aus dem Wagen gezerrt, verprügelt und zu Boden geworfen, das Auto zerstört. Dann fanden die polnischen Brutalo-Hools das Geld im Rucksack der Männer.

Die Angeklagten – sie werden größtenteils von Dominik Wild (MPW Rechtsanwälte) und Klaus Ainedter verteidigt – schweigen zu den Vorwürfen weitgehend eisern oder bestreiten jede Beteiligung. Mehrere Beschuldigte behaupteten nach ihrer Festnahme frech, während der Fahrt geschlafen zu haben.

Doch zahlreiche Zeugenaussagen, brisante Handy-Chats, Videoaufnahmen und sogar DNA-Spuren – etwa an der Kleidung der Opfer oder verwendeten Holzstielen – belasteten die Prügler. Obwohl nur bei zwei Verdächtigen mehrere Tausend Euro in bar gefunden wurden, drohen allen Beteiligten mehrjährige Haftstrafen wegen Raubes. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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