Neue Heimat Graz

US-Amerikaner wandert wegen Trump nach Österreich aus

Fred Kameny lebt heute in Graz. Der 70-Jährige verließ die USA auch aus Sorge über die politische Entwicklung unter Donald Trump.
Newsdesk Heute
21.06.2026, 13:55
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Fred Kameny hat seinen amerikanischen Traum neu definiert. Der 70-Jährige aus North Carolina lebt heute in Graz und blickt von seiner Wohnung direkt auf die Oper. Für ihn ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: ein Leben in Europa.

"Ich habe lange mit dem Traum gespielt, nach Europa zu ziehen", erzählt Kameny der "Kleinen Zeitung". Dass er heute tatsächlich in Österreich lebt, hat mehrere Gründe. Einer davon heißt Donald Trump.

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Die Geschichte des Pensionisten ist eng mit Österreich verbunden. Seine Mutter stammte ursprünglich aus Wien und floh 1939 vor den Nationalsozialisten in die USA. Aufgrund dieser Familiengeschichte erhielt Kameny 2021 die österreichische Staatsbürgerschaft. Seit 2020 können Nachkommen von NS-Vertriebenen vergleichsweise unkompliziert einen österreichischen Pass beantragen.

Für Kameny war die Staatsbürgerschaft die Chance auf einen Neustart. Er beschreibt Europa als gesellschaftlich enger verbunden. Gemeinschaft und soziale Sicherheit würden hier einen höheren Stellenwert haben als in den USA.

Trump als "letzter Schub"

Auch die politische Entwicklung in seiner Heimat spielte bei der Entscheidung eine Rolle. Über Donald Trump sagt Kameny: "Er war so etwas wie der letzte Schub." Der US-Präsident führe das Land aus seiner Sicht in die falsche Richtung. Er fürchte Einschränkungen von Freiheiten und eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft.

Besonders kritisch sieht Kameny die sozialen Unterschiede in den USA. Die einst starke Mittelschicht sei in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter geschrumpft. Viele Menschen hätten den Glauben an den sozialen Aufstieg verloren.

Trotz aller Kritik spricht Kameny mit großer Verbundenheit über seine Heimat. Amerikanische Musik, Literatur und Kunst seien weltweit prägend. Auch die Geschichte der Vereinigten Staaten bewundert er. Vorbilder seien für ihn die Gründerväter des Landes. Donald Trump zählt für ihn nicht dazu.

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