Donaustadt macht Weg fürs Parkpickerl frei

In der Donaustadt sind freie Parkplätze oft Mangelware.
In der Donaustadt sind freie Parkplätze oft Mangelware.Denise Auer
Mit einem Resolutionsantrag soll in der heutigen Bezirksvertretungssitzung das Parkpickerl beschlossen werden. Ausnahmen soll es keine geben.

Die Gebiete, wo Pendler ihr Auto kostenlos in der Stadt abstellen können, gehören bald der Vergangenheit an. Nach Simmering, fällt heute auch in der Donaustadt der Beschluss zur flächendeckenden Einführung des Parkpickerls. Vorangegangen war eine Prüfung der Situation durch die MA 46. Ergebnis: Wird das Parken in ganz Simmering kostenpflichtig, weichen täglich 3.000 Autos in die Donaustadt aus. Keine leichte Situation für einen Bezirk, in dem schon jetzt vor allem entlang der U-Bahn kein freier Stellplatz zu finden ist. Frühestens nächstes Jahr soll das gratis Abstellen seines Autos nicht mehr möglich sein.

Liesing rechnet mit Mehrheit

Auch im Süden Wiens drückt man aufs Gas: In Liesing tagt am Donnerstag die Verkehrskommission. Im Wesentlichen sind die Pläne hier schon fix: Laut Vorsteher Gerald Bischof (SPÖ) werden lediglich die Industriegebiete Inzersdorf und Liesing ausgenommen, "wo sich über lange Strecken auf beiden Seiten kein Wohngebiet befindet" so Bischof. Vor dem Sommer soll der Beschluss noch fallen.

Die Auswirkungen des Parkpickerls laut der Stadt Wien.
Die Auswirkungen des Parkpickerls laut der Stadt Wien.Stadt Wien

Parken soll auch in Floridsdorf kostenpflichtig werden

Eine Woche später, am 16. Juni, wird das Parkpickerl auch in Floridsdorf beschlossen. Die Weichen dafür wurden bereits am 25. Mai in der Verkehrskommission gestellt. "Wenn Simmering, Hietzing und Liesing das Parkpickerl einführen, werden täglich 15.000 Autofahrer einen Parkplatz über der Donau suchen", begründet Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) die Entscheidung. "Es gibt schon jetzt einen enormen Druck auf die Stellplätze, die zusätzlichen Pendler würden auch für eine Belastung der Verkehrssituation in den Straßen und Kreuzungen sorgen".

In Hietzing laufen die Gespräche

In Hietzing laufen indes noch die Gespräche zwischen den Parteien. Wie berichtet, war Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) nur wenig angetan von den Plänen der Stadt. "Ich bin fassungslos, dass das im Koalitionsabkommen klar formulierte Ziel, das bestehende Modell der Parkraumbewirtschaftung zu reformieren und mit einem Landesgesetz eine ordentliche, rechtliche Basis dafür zu schaffen, nun einfach weggewischt wird. Das Parkpickerlmodell soll entgegen der Aussagen vor der Wahl nicht adaptiert werden. Vom Zonen-Modell ist keine Rede mehr", ärgerte sich Kobald nach der Pressekonferenz im Mai. Am 28. Juni steht das Thema jedenfalls in der letzten Bezirksvertretungssitzung vor dem Sommer noch auf der Tagesordnung.  

Simmering brachte Stein ins Rollen

Auslöser für ein Wienweites Parkpickerl war Simmering ("Heute" berichtete). Nach der Teil-Einführung 2018, wurde die Ausweitung auf den ganzen Bezirk bereits im Sommer 2020 beschlossen. Ausnahmen wird es keine mehr geben. "Mir ist jeder Simmeringer gleich viel wert, ob er in Zentral-Simmering wohnt oder in Kaiserebersdorf", erklärt Vorsteher Thomas Steinhart (SPÖ), der damit "den Scherbenhaufen bei der Parkraumbewirtschaftung" seines Vorgängers, Paul Stadler (FPÖ), aufräumen will. Durch die Ankündigung befürchtete die Stadt einen "Domino-Effekt" für die angrenzenden Bezirke und hat deshalb eine Untersuchung in allen Parkpickerl-freien Bezirken beauftragt.

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