Der Doping-Skandal von Turin - jetzt gibt es ein gerichtliches Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft hat in der italienischen Metropole Anklage gegen zehn ÖSV-Funktionäre und -Athleten erhoben. Unter den Beschuldigten ist auch Skiverbands-Präsident Peter Schröcksnadel.
Am 18. Februar 2006 stürmen italienische Doping-Fahnder das Olympia-Quartier des österreichischen Langlauf- und Biathlon-Teams in Turin. Die Behörden stellen Spritzen und Blutbeutel sicher - und bescheren Österreich einen veritablen Doping-Skandal. Die Nachwirkungen der Razzia sind bis heute spürbar. Die Justiz im Stiefelstaat hat nun Anklage gegen zehn ÖSV-Mitglieder erhoben. Darunter auch Präsident Peter Schröcksnadel, trotz seines öffentlichen Bekenntnisses "Austria is too small for good Doping".
Auch Mayer im Visier
Neben Schröcksnadel müssen sich auch Biathlon-Direktor Markus Gandler, die ehemaligen ÖSV-Trainer Walter Mayer und Emil Hoch, der Sportmediziner Peter Baumgartl sowie von Athletenseite die Ex-Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Martin Tauber, Johannes Eder und Jürgen Pinter vor dem Richter verantworten.
Prozess im Oktober
Geplanter Prozessbeginn ist im Oktober, den Beschuldigten wird die Verletzung des italienischen Anti-Doping-Gesetzes vorgeworfen. Schon der Besitz der im ÖSV-Quartier sichergestellten Utensilien ist strafbar. Schröcksnadel hat die Vorwürfe noch nicht kommentiert, ÖSV-Anwalt Manfred Ainedter weist die Anschuldigungen zurück.