Das in der Dopingaffäre verdächtigte Plasmaspendezentrum Humanplasma will die Behauptungen von Bernhard Kohl intern prüfen. Wiederaufnahme der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist möglich.
Bernhard Kohl ließ am Dienstag mit seiner Aussage eine Dopingbombe platzen. Der gefallene Radstar rückte dabei wieder das Wiener Labor Humanplasma in den Fokus des österreichischen (und internationalen?) Dopingnetz.
Vorwürfe werden geprüft
Zwei Tage darauf trat der Geschäftsführer des Plasmaspendezentrums Humanplasma, Lothar Baumgartner, erstmals an die Öffentlichkeit. "Die Vorwürfe Kohls werden geprüft", heißt es in einer Aussendung.
Zudem wurde der in diversen Medienberichten immer wieder genannte Mediziner Prof. Paul Höcker aus eigenem Wunsch vom Dienst freigestellt, bis zu den Vorwürfen eine Klärung vorliegt.
Kohl sagte am Dienstag aus, dass er selbst dreimal in den Räumlichkeiten von Humanplasma mit Dopingmittel versorgt wurde. Das Unternehmen stellte fest, dass Kohl nie offizieller Kunde des Instituts gewesen war. Das Unternehmen habe zu keinem Zeitpunkt Sportler zu Dopingzwecken angesprochen, eingeladen oder empfangen.
Internationales Netz?
Nach einer ARD-Recherche im Frühjahr 2008 nahm die Wiener Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Der Verdachtsmoment: Spitzensportler aus dem Ausdauerbereich würden in den Räumlichkeiten des Instituts Blutdoping betreiben. Ein Bericht der Tagesschau unterstellte u.a. auch deutschen Biathleten, zu unerlaubten Mitteln gegriffen zu haben. Erst am 8. März hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen zwei Ärzte, von denen einer als Konsulent bei Humanplasma tätig war, wegen Betrugsverdachts und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz eingestellt.
Laut Staatsanwaltschaft besteht nach den Aussagen der vergangenen Tage die Möglichkeit, das Verfahren wieder aufzunehmen.
Matschiner kooperativ
Ein Grund dafür dürften auch die Protokolle der Einvernahmen von Ex-Kohl-Manager Stefan Matschiner sein, der sich laut Angeben der Kripo "kooperativ" verhält.