Doping: Deutscher Arzt attackiert Dürr scharf

Nach der "Operation Aderlass" steht ein deutscher Arzt im Fadenkreuz der Ermittler. Er wehrt sich mit einer Attacke auf Dopingsünder Johannes Dürr.
Ex-ÖSV-Langläufer Dürr hat als "Kronzeuge" eine Schlüsselrolle bei den Ermittlungen im Zuge der "Operation Aderlass". Im Zuge der Ermittlungen bekam jetzt auch Ulrich Haegele Besuch von der Polizei. 13 Beamten standen im Auftrag der Innsbrucker Doping-Staatsanwaltschaft vor seinem Haus in Grainbach in Bayern. Ebenfalls dabei: Ein Kamerateam der ARD. Der Mediziner öffnete die Tür bereitwillig und versicherte, nichts zu verbergen zu haben. "Ich habe in meinem ganzen Leben nie EPO-Präparate bestellt, gekauft oder verkauft."

Das sehen die Ermittler anders. Haegele soll Langläufer im ÖSV mit Dopingmitteln versorgt haben. Johannes Dürr und Gerald Heigl, ehemaliger Cheftrainer im ÖSV, beschuldigen den Arzt, ihnen EPO verkauft zu haben. Er ist der zweite deutsche Arzt, der belastet wird. Mark S. sitzt seit Monaten in München in Untersuchungshaft.

Doch Haegele geht zum Gegenangriff über. Er meint: "Dürr beschuldigt ja jeden. Das ist mal ein Kroate, mal ein Serbe, mal Mark S., mal der, mal der. Der profiliert sich da. Der kriegt sicher für jeden Zeitungsartikel so und so viel Euro." Für ihn sei naheliegend, "dass er mich beschuldigt. Ich war der gesamtverantwortliche Teamarzt im Österreichischen Skiverband für den Ausdauerbereich."

CommentCreated with Sketch.0 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Haegele hatte bereits mit einer Hausdurchsuchung gerechnet, wunderte sich aber, dass die Behörden so spät kamen. Staatsanwalt Thomas Willam rechnet dennoch mit Erfolgen und erklärt in der SZ: "Für uns ist es eine verdichtete Beweislage, sonst hätten wir kein so massives Mittel wie die Durchsuchung gewählt." (red)



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