Dramatischer GECKO-Report empfiehlt neue Maßnahmen

Am Freitag traf GECKO zusammen – und zeichnete ein verheerendes Bild der Corona-Situation in Österreich. (Archivbild)
Am Freitag traf GECKO zusammen – und zeichnete ein verheerendes Bild der Corona-Situation in Österreich. (Archivbild)HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
GECKO geht weiterhin von einem enormen Anstieg der Infektionszahlen aus, es müsse deswegen zu "Priorisierungen" bei den Tests kommen.

Zum Abschluss der Woche war es wieder so weit: Die Kommission zur gesamtstaatlichem Covid-Krisenkoordination (GECKO) tagte am Freitag unter der Leitung von Dr. Katharina Reich und Generalmajor Rudolf Striedinger. Das Corona-Chaos war an jenem Tag voll in Gange. Mittlerweile gibt es seit drei Tagen keine offizielle Meldung der Neuinfektionen mehr, am Freitag wurden bis 15 Uhr jedoch 29.429 neue Fälle seitens der Bundesländer an die Ministerien gemeldet.

GECKO einig – so wird Test-System nun geändert >>

Ein dramatischer Anstieg, wodurch die 7-Tages-Inzidenz auf 1.767 angestiegen ist. Die Prognose der Behörden geht von einem weiteren Anstieg des Infektionsgeschehens aus. Bis Ende des Monats könnten 30.000 Neuinfektionen zum Alltag werden, auch das Knacken der 40.000er Marke ist relativ wahrscheinlich. Ein baldiges Abflachen der Omikron-Welle ist unterdessen nahezu ausgeschlossen.

Das wird sich nun seit längerer Zeit auch wieder in den Krankenhäusern bemerkbar machen. Dort liegen aktuell 904 Patienten aufgrund ihrer Corona-Infektion, 198 davon auf der Intensivstation. Bis Anfang Februar werden auf letzterer wohl rund 60 Patienten hinzukommen, auf der Normalstation wird der Belag laut dem Prognose-Konsortium auf über 1.600 steigen.

Klartext zur 4. Impfung

Den starken Anstieg bei den Corona-Fällen schreibt man der Omikron-Variante zu. Sie ist infektiöser und kann auch bei Geimpften leichter eine Infektion auslösen. Ein weiterer Grund ist, dass bei Omikron der Anteil der asymptomatischen Fälle mit 15 Prozent um ein vielfaches höher ist, bei der Beta-/Delta-Mutation waren es noch 2,6 Prozent.

Immerhin: Geboosterte sind zu 83 Prozent vor einem Krankenhausaufenthalt geschützt, auch noch nach längerer Zeit. "Dies bekräftigt einerseits, dass eine 4. Impfung derzeit nicht notwendig ist und andererseits unterstreicht es nochmals die Wichtigkeit der 3. Impfung nachdrücklich", heißt es dazu im GECKO-Report.

Nach wie vor gibt es zwischen ungeimpften und geimpften Personen "erhebliche Unterschiede" bei den Krankenhauseinweisungsraten. Dreifach Geimpfte sind zudem über längere Zeit gegen eine Infektion geschützt und damit auch mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger gut in der Lage, das Virus weiterzugeben.

Test-Gipfel und Priorisierung

Nach dem Chaos der letzten Tage und Wochen angesichts der riesigen Test-Frequenz will die gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination offenbar einige Änderungen durchführen, um das System wieder zum Laufen zu kriegen. Für kommende Woche ist jedenfalls eine Videokonferenz mit Handelsketten anberaumt, um gemeinsam nächste Schritte für eine mittel- und langfristige PCR-Test-Perspektive zu diskutieren.

Steigen die Infektionszahlen weiter an – und das werden sie laut den Prognosen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – wird angesichts der Lage weiterhin eine "Priorisierung bei Testungen" empfohlen. Treffen soll das vor allem die Bereiche der Pflege, Schulen und im kritischen Versorgungsbereich.

Ausbau der Krankenhauskapazitäten

"Sehr schwierig" sei auch die Situation für Kinder unter fünf Jahren, für die die Impfung noch immer nicht zugelassen ist. Kindergärten seien eine nicht zu unterschätzende Infektionsquelle für diese "äußerst vulnerable" Gruppe. Entsprechend ihrer Fürsorgepflicht den Kindern gegenüber sollten Elementarpädagogen deswegen tunlichst gegen Corona geimpft sein.

Zwar führt Omikron zu weniger schweren Verläufen, weil sich aber derart viele Menschen infizieren, können die extrem hohen Zahlen trotzdem zu Engpässen im Gesundheitssystem führen. GECKO prüft deswegen nun die rechtlichen Grundlagen, die es braucht, um in Notsituationen mehr Gesundheitspersonal das sich noch in Ausbildung befindet einzusetzen.

Zudem wird ein neues Stufenmodell zum Ausbau der Krankenhauskapazitäten entwickelt: Die einzelnen Krankenanstalten prüfen, inwieweit sie in der Lage sind, ihre hausinternen Bettenkapazitäten im Bedarfsfall aufzustocken (Stufe 1). Danach werden die Kapazitäten der REHA-Einrichtungen erhoben, die sich für die Übernahme von Patienten eignen (Stufe 2). Sollte mit den Maßnahmen der Stufen 1 und 2 nicht das Auslangen gefunden werden, könnte auf die Kapazitäten der militärischen Sanitätsinfrastruktur zurückgegriffen werden (Stufe 3).

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