Das zweite ESC-Halbfinale hatte einiges zu bieten. Vor allem das Moderatoren-Duo Swarovski und Ostrowski sorgte mit gleich zwei musikalischen Gesangseinlagen für Stimmung in der Wiener Stadthalle.
Auch Österreichs Hoffnung JJ setzte am Ende noch einmal ein echtes Ausrufezeichen – mit spektakulärer Akrobatik-Show und dramatischen Smokey Eyes, um allen in Erinnerung zu rufen, wer hier der Superstar des Abends ist.
Doch trotz großer Show blieben den TV-Zuschauern in Österreich einige Momente verborgen. "Heute" war vor Ort und hat mitbekommen, was dem Publikum zu Hause verwehrt wurde.
Seit Jahren hält sich hartnäckig das Vorurteil, der ESC sei längst nur noch eine Bühne für queere Botschaften und progressive Statements. In einem Beitrag wurde erklärt, dass von den Hunderten Musikerinnen und Musikern, die in den vergangenen 70 Jahren auf der ESC-Bühne standen, lediglich acht öffentlich geoutet sind und offiziell zur LGBTQIA+-Community zählen.
Moderatorin Victoria brachte es im Clip außerdem mit einem klaren Wunsch auf den Punkt: Man solle die Buchstaben "LGBTQIA+" irgendwann vielleicht überhaupt durch ein einziges "H" ersetzen – "H for human", erklärte sie auf Englisch und appellierte damit an Menschlichkeit und Miteinander.
Ausgerechnet dieses Statement wurde allerdings im ORF nicht gezeigt. Stattdessen schaltete man in Österreich zur Werbung. In der Wiener Stadthalle lief der Clip hingegen auf den großen Screens.
Auch ein ESC-Quiz mit Gästen und humorvollen Einspielern fiel der heimischen Werbepause zum Opfer.
Besonders schade für viele ESC-Fans: Ein emotionaler Clip zeigte die Reaktionen der Acts, als sie zum ersten Mal die Wiener Stadthalle und die große ESC-Bühne betraten. Immer wieder waren begeisterte Ausrufe wie "Wow" oder "Amazing" zu hören, während die Kandidaten sichtbar emotional wurden.
Diesen besonderen Gänsehaut-Moment bekamen die Zuschauer im ORF allerdings ebenfalls nicht zu sehen.