Am 15. April jährte sich der Ausbruch des brutalen Krieges im Sudan zum dritten Mal. Seitdem leidet die Zivilbevölkerung unter Gewalt, Hunger und Vertreibung. Hilfsorganisationen sprechen inzwischen von der größten humanitären Krise unserer Zeit.
Vor allem Frauen und Kinder sind besonders betroffen. Viele mussten aus ihren Dörfern fliehen, zahlreiche Familien haben Angehörige verloren. Die Lage wird durch die Eskalation im Nahen Osten noch verschärft, da Lieferketten unterbrochen werden und die Preise für Grundnahrungsmittel steigen.
In dem ostafrikanischen Land herrscht aktuell die schlimmste Hungerkrise weltweit. Schätzungen zufolge benötigen heuer rund 33,7 Millionen Sudanesen – mehr als zwei Drittel der Bevölkerung – dringend humanitäre Hilfe. Gleichzeitig werden die Budgets für Entwicklungshilfe international gekürzt.
Der Krieg hat außerdem zur größten Vertreibungskrise unserer Zeit geführt. Rund 12 Millionen Menschen sind entweder innerhalb des Landes oder ins Ausland geflüchtet. Besonders viele Sudanesen suchen Schutz im Nachbarland Tschad, das selbst zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Seit April 2023 sind dort mehr als 900.000 Geflüchtete angekommen.
Auch in Europa ist die Zahl sudanesischer Asylsuchender stark gestiegen: 2025 wurden insgesamt 14.208 Sudanesen registriert – ein Anstieg um 232 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Ein baldiges Ende des Krieges ist nicht absehbar. Laut Analysten glauben beide Konfliktparteien weiter an einen militärischen Sieg. Friedensverhandlungen gibt es derzeit keine. Internationale Akteure wie die Vereinigten Arabischen Emirate mischen laut Berichten finanziell mit, was die Lage zusätzlich verschärft.
Ein Hoffnungsschimmer könnte eine in Berlin geplante Sudan-Konferenz bringen, die neue Impulse für Friedensbemühungen setzen soll. Dennoch betonen Experten: Die Folgen dieses Krieges werden das Land noch lange belasten.
Trotz des großen Leids zeigen die Menschen im Sudan bemerkenswerte Widerstandskraft. Sie hoffen darauf, dass ihre Not nicht vergessen wird und fordern, als Partner wahrgenommen zu werden.