Kampf um Kordofan

Drohnenangriff tötet 11 Menschen im Sudan

Ein Drohnenangriff auf einen Markt im Zentral-Sudan forderte mindestens 11 Tote und zahlreiche Verletzte. Die Lage bleibt angespannt.
Newsdesk Heute
09.06.2026, 13:55
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Mindestens elf Menschen sind bei einem Drohnenangriff auf einen Markt in der sudanesischen Stadt Abu Zaeima im Bundesstaat Nord-Kordofan ums Leben gekommen. Dutzende weitere wurden verletzt, wie die lokale Menschenrechtsgruppe Emergency Lawyers berichtet.

Der Angriff traf am Samstag den Hauptmarkt der von paramilitärischen Einheiten kontrollierten Stadt. Die Gruppe dokumentiert seit Beginn der Kämpfe zwischen der Armee und den Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 Menschenrechtsverletzungen.

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Laut AFP und Anadolu, blieb zunächst unklar, wer den Angriff ausgeführt hat. Bisher übernahm keine der Konfliktparteien die Verantwortung. Bereits weniger als 24 Stunden zuvor waren umliegende Dörfer und ein ziviles Fahrzeug Ziel ähnlicher Drohnenangriffe.

Zivilbevölkerung unter Druck

Emergency Lawyers verurteilte die wiederholten Angriffe auf Zivilisten sowie auf öffentliche Verkehrsmittel und Dörfer scharf. Die Organisation spricht von einer eklatanten Missachtung der Menschenrechte und fordert ein Ende dieser Angriffe sowie die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

Emergency Lawyers verurteilte die wiederholten Angriffe auf Zivilisten sowie auf öffentliche Verkehrsmittel und Dörfer scharf.
www.istockphoto.com/Ivorr

Laut Augenzeugen traf eine weitere Drohne am Samstag eine Tankstelle in der Hauptstadt des Bundesstaates, el-Obeid. Dort wurden vier verletzte Zivilisten in ein Krankenhaus eingeliefert.

Drohnenkrieg verschärft Krise

In den vergangenen Tagen kamen nach Angaben von Emergency Lawyers und lokalen Behörden bei weiteren Drohnenangriffen in West- und Nord-Kordofan fast 70 Menschen ums Leben. Die Vereinten Nationen schätzen, dass zwischen Jänner und April landesweit mindestens 880 Zivilisten durch Drohnenangriffe getötet wurden.

Massengrab in Nord Kordofan für Opfer der Drohnenangriffe
REUTERS

Die Kämpfe in Kordofan und angrenzenden Regionen haben sich seit der Einnahme von el-Fasher durch die RSF im Oktober verschärft. Seitdem mussten laut UN mehr als 300.000 Menschen fliehen. Kordofan gilt aufgrund seiner Bodenschätze und strategischen Lage als entscheidende Region im Bürgerkrieg.

Der seit vier Jahren andauernde Konflikt hat nach UN-Angaben bereits Zehntausende Todesopfer gefordert und fast 13 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Die humanitäre Lage im Sudan zählt aktuell zu den schlimmsten weltweit.

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