Drei Tote forderte der Legionellenausbruch in Linz bereits. Eine Person hatte überhaupt keine Vorerkrankungen, war etwa 50 Jahre alt. Jetzt gibt es einen weiteren Verdacht, zur Quelle der Bakterien: Neben der bereits bekannten Anlage der Linz AG wurden nun auch in der Kühlanlage eines nahe gelegenen Gewerbebetriebs Legionellen nachgewiesen.
Die betroffene Anlage wurde bereits teilweise desinfiziert. Noch ist allerdings unklar, ob der Fund tatsächlich mit den Erkrankungen zusammenhängt. Aus dem Unternehmen ist bisher kein Krankheitsfall bekannt, das berichtet der ORF.
Die Gesundheitsbehörden suchen weiter nach der Infektionsquelle. Inzwischen wurden rund 160 Proben von möglichen Legionellen-Herden genommen. Untersucht werden neben Kühlanlagen auch andere mögliche Quellen, so Informationen der AGES, Magistrat Linz und der Landesregierung.
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.
Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Die Auswertung braucht Zeit. Erst nach längeren Untersuchungen kann festgestellt werden, welche Legionellen-Stämme in den Proben enthalten sind und ob sie mit jenen der Erkrankten zusammenpassen.
Insgesamt sind im Raum Linz inzwischen 28 Menschen an der Legionärskrankheit erkrankt, drei von ihnen sind gestorben. Bei Erkrankten wurden bereits eng miteinander verwandte Legionellen-Stämme nachgewiesen.
Wichtig für die Bevölkerung: Die Trinkwasserversorgung ist nach den bisherigen Untersuchungen nicht betroffen. Die Behörden konzentrieren sich auf mögliche Quellen, bei denen mit Legionellen belastetes Wasser als Aerosol in die Luft gelangen und eingeatmet werden könnte.