Seit der vergangenen Woche sind laut aktueller Aussendung von Land OÖ, Magistrat Linz und AGES vier weitere Fälle dazugekommen. Alle 24 Erkrankten aus OÖ mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden, teilweise war sogar intensivmedizinische Versorgung notwendig. Drei Personen "sind leider in Zusammenhang mit der Infektion verstorben", heißt es.
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.
Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Zwei weitere Betroffene leben im Ausland, hielten sich aber vor ihrer Infektion in Linz auf. Die Suche nach dem Ausgangspunkt des Ausbruchs läuft auf Hochtouren. Mehr als 150 Umweltproben aus den Haushalten der Erkrankten, aus Kühltürmen, Springbrunnen, Waschanlagen und weiteren möglichen Infektionsquellen sind bereits bei der AGES in Wien eingelangt.
Mehr als 80 Untersuchungen wurden inzwischen abgeschlossen, die Ergebnisse an die Behörden übermittelt. Wie berichtet, waren Kühltürme eines Unternehmens an der Wiener Straße positiv auf Legionellen getestet worden.
Die betroffenen Anlagen wurden mittlerweile umfassend gereinigt und desinfiziert. Der weitere Betrieb wird von der zuständigen Behörde gemeinsam mit dem Unternehmen streng überwacht. Ob die Kühltürme tatsächlich mit den Erkrankungen zusammenhängen, ist aber weiterhin offen.
Bei drei Patienten konnten die verantwortlichen Erreger genauer bestimmt werden. Alle gehören zum Legionellen-Subtyp Allentown/France und sind genetisch miteinander verwandt. In diesen drei Fällen gehen die Experten daher mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer gemeinsamen Infektionsquelle aus.
Für die Legionellen aus den kontaminierten Kühltürmen liegen diese Detailanalysen noch nicht vor. Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet. Erst dann könnte klarer werden, ob die Anlagen tatsächlich die Quelle des Ausbruchs sind.
Parallel wird intensiv nach weiteren möglichen Infektionsquellen gesucht. Dafür setzen die Fachleute unter anderem KI-gestützte Analysen, Satellitenbilder sowie Wetter-, Bevölkerungs- und Betriebsdaten ein. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung und kann tödlich verlaufen.