Drei Österreicher kämpfen um Sieg beim Klassiker

Wenn am kommenden Wochenende der Motorsport-Klassiker in Le Mans zum 80. Mal über die Bühne geht, ist Österreich mit drei Piloten beim größten und wichtigsten Langstreckenrennen der Welt vertreten. Alexander Wurz geht beim Toyota-Comeback am Samstag (15.00 Uhr, ORF eins live ab 14.40 Uhr) in einem der beiden japanischen Hybrid-Fahrzeuge an den Start, Dominik Kraihamer fährt erstmals in der LMP1 und damit der Königsklasse. Richard Lietz peilt in der GT-Profiklasse seinen bereits dritten Le-Mans-Erfolg an.


Das tut auch Wurz. Der Niederösterreicher hat sogar die Chance, als zweiter Fahrer neben dem achtfachen Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen (DEN) in Autos von drei verschiedenen Herstellern - sowie mit unterschiedlicher Antriebsenergie - das klassische 24-Stunden-Rennen in Frankreich zu gewinnen. 1996 avancierte Wurz im Benzin-Porsche mit 22 Jahren zum jüngsten Le-Mans-Sieger, 2009 holte er sich mit 35 Jahren den Sieg im Diesel-Peugeot.

Diesmal pilotiert der mittlerweile 38-jährige Österreicher den weiß-blauen Toyota TS030-Hybrid mit der Startnummer 7. Die Köln-Japaner sind nach dem Peugeot-Rückzug heuer die großen Gegner von Audi, das neben zwei konventionellen R18 ebenfalls zwei Hybrid-Autos einsetzt.

Wurz glaubt aber nicht, dass er auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs mit seinen 18 Kurven die favorisierten und wie immer vom Österreicher Wolfgang Ullrich befehligten R18 schlagen kann. "Für unser erstes Mal in Le Mans können wir aber zufrieden sein", sagte Wurz nach Platz vier im ersten von drei Qualifikationstrainings.

Dem in der Vorbereitung durch einen Unfall zurückgeworfenen Trio Wurz, Nicolas Lapierre (FRA), Kazuki Nakajima (JPN) fehlte vorerst eine Sekunde und mehr auf die drei Audis vor ihnen. Im schnellsten R18 e-tron quattro saßen die Vorjahressieger Marcel Fässler/Andre Lotterer/Benoit Treluyer, im zweitschnellsten fuhr u.a. Kristensen.

Kraihamer erstmals im LMP1

Erstmals bei den "ganz Großen" tritt Kraihamer an. Der 22-Jährige aus Mattsee in Salzburg hat sich von jeher nicht auf die Formel 1 sondern auf eine Sportwagenlaufbahn konzentriert. Nachdem er im Vorjahr mit der schnellste Rundenzeit in der LMP2-Klasse imponierte, ist BWL-Student Kraihamer 2012 der jüngste Pilot in der höchsten Kategorie. Das erste von drei Qualifikationstrainings endete mit Platz zwölf.

Kraihamers Teamkollegen im 550 PS starken Pescarolo-Judd-Prototypen des Oak-Teams sind Bertrand Baguette (BEL) und Franck Montagny. Der 34-jährige Franzose sprang für Guillaume Moreau ein, der beim offiziellen Testwochenende böse verunfallte und sich am Rücken verletzte.

Der Österreicher freute sich enorm auf das Giganten-Rennen vor 300.000 Zuschauern an der Rennstrecke und Millionen vor dem TV-Schirm. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn ein Ziel, auf das man so lange hingearbeitet hat, endlich in Erfüllung geht", sagte "Dodo" Kraihamer. "Aber es ist und bleibt ein Lehrjahr, das Ziel heißt Durchkommen."

Lietz kämpft um mehr als den sieg

Das hat auch für den zweifachen Klassensieger (2007 und 2010) Lietz heuer oberste Priorität. Le Mans ist nicht nur der Höhepunkt der traditionell im Mai und Juni stattfindenden Motorsport-Klassiker wie Monaco (Formel 1), Nürburgring (24 Stunden Tourenwagenrennen) oder Indy 500, es zählt auch erstmals zur neuen FIA-Langstrecken-WM (World Endurance Championship).

In Le Mans werden aufgrund der Distanz doppelte Punkte vergeben. Lietz kommt nach dem Sieg in Spa und Platz zwei in Sebring mit seinem 911er Porsche GT3 RSR als Meisterschafts-Leader an die Sarthe. "Das wichtigste ist daher, erst einmal ins Ziel zu kommen, um so viele Punkt wie möglich für die Meisterschaft zu sammeln", erklärte der österreichische Porsche-Werksfahrer.

APA/red
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