Latino-Queen Shakira verzauberte die 80.000 Fußballverrückten im Aztekenstadion, Julian Quinones ließ die legendäre Arena mit seinem frühen Tor erbeben – und am Ende jubelte ganz Mexiko. Nach einer spektakulären Zeremonie mit Glanz und Glamour hat der Co-Gastgeber die größte WM der Geschichte auch sportlich gebührend eröffnet. Von den frenetischen Fans in Mexiko-Stadt angepeitscht, bezwang "El Tri" am Ende nur noch neun Südafrikaner verdient mit 2:0 (1:0).
Auf den Tag genau vor 16 Jahren standen sich die beiden Nationen bereits beim Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft in Südafrika gegenüber. Damals trennten sich die Teams mit einem 1:1-Unentschieden. Zwar konnte das Spiel nur phasenweise mit der zuvor stattgefundenen glamourösen Eröffnungsfeier mithalten, dennoch machte Mexiko von Beginn an klar, dass ihnen dieses Mal ein Remis nicht reichen würde.
Julian Quinones brachte die Lateinamerikaner mit dem drittschnellsten Tor bei einem WM-Eröffnungsspiel nach neun Minuten in Führung. Vorangegangen war ein böser Fehler im Aufbauspiel der Südafrikaner. Nach Wiederanpfiff schwächten sich die Gäste dann auch noch selbst – Yaya Sithole (49.) sah nach einer Notbremse die Rote Karte. "El Tri" schlug daraus Profit: Star-Stürmer Raul Jimenez (67.) köpfte nach schöner Flanke zum 2:0 ein – und brach danach in Tränen aus. Für den Angreifer war es bei seiner vierten WM das erste Spiel von Beginn an und sein erstes Tor.
Für die "Bafana Bafana" kam es dann sogar noch bitterer: Themba Zwane wurde sechs Minuten vor dem Abpfiff wegen einer Tätlichkeit ebenfalls vom Platz verwiesen – die Südafrikaner beendeten das Spiel nur zu neunt. Und weil Schiedsrichter Sampaio offenbar noch nicht genug hatte sah auch Mexiko-Verteidiger Cesar Montes (90.+2) glatt rot – auch aufgrund einer Notbremse.
Während in der Arena die große Fußball-Sause stieg, kam es außerhalb aber auch zu tumultartigen Szenen. Nachdem das Stadtbild seit Tagen von groß angelegten Protesten, unter anderem von der Lehrergewerkschaft, bestimmt worden war, drängten am Donnerstag Tausende Anhänger in die Fanzone auf dem berühmten Marktplatz Zócalo.
Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, hatten Metallbarrieren, die in den vergangenen Tagen wegen der Proteste aufgestellt worden waren, den Zugang erschwert. In Stadionnähe kam es zudem zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.