Sex-Skandal

Dritter Rücktritt erhöht Druck auf Briten-Premier

Nach weiteren Rücktritten im Umfeld von Premier Keir Starmer wächst der Druck auf die britische Regierung im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal.
Newsdesk Heute
12.02.2026, 21:59
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Nur wenige Tage nachdem zwei enge Berater vom britischen Premier Keir Starmer wegen der Affäre rund um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgetreten sind, hat jetzt auch ein weiterer wichtiger Mitarbeiter das Handtuch geworfen. Chris Wormald, der Kabinettssekretär und Chef vom öffentlichen Dienst, ist "im gegenseitigen Einvernehmen" und mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, wie die Regierung in London am Donnerstag mitgeteilt hat.

Das Büro von Starmer hat keine Gründe für den Rücktritt genannt. Schon am Montag hat im Zuge vom Epstein-Skandal Starmers Kommunikationschef Tim Allan seinen Job hingeschmissen. Keine 24 Stunden vorher ist auch der Kabinettschef des Premiers, Morgan McSweeney, zurückgetreten.

Druck auf Starmer wächst

Starmer steht gerade ordentlich unter Druck, weil er Anfang 2025 den früheren Minister Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA gemacht hat – obwohl er damals gewusst hat, dass Mandelson nach Epsteins Verurteilung 2008 weiterhin Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehalten hat.

Wormald war erst seit Dezember 2024 Kabinettssekretär und oberster Beamter im Land, also erst kurz vor Mandelsons Ernennung zum Botschafter. Trotzdem war er als Kabinettssekretär für die Überprüfung von Mandelsons Ernennung zuständig. Britische Medien haben außerdem mehrfach berichtet, dass die Labour-Regierung mit Wormalds Arbeit bei der Reform vom öffentlichen Dienst nicht zufrieden war.

"Der Kabinettssekretär habe wie bereits Allan und McSweeney als Bauernopfer für Starmer herhalten müssen", hat die konservative Oppositionschefin Kemi Badenoch im Onlinedienst X geschrieben. Der Premier wolle durch den Rücktritt "seine eigene Haut retten".

Starmer hat (noch) Rückendeckung

Starmer hat seinen eigenen Rücktritt bisher noch abwenden können. Wichtige Minister haben sich am Montag hinter den angeschlagenen Regierungschef gestellt. Aber auch aus den eigenen Reihen gibt es Rücktrittsforderungen, zum Beispiel vom schottischen Labour-Chef Anas Sarwar.

Wie eng Mandelson mit Epstein wirklich verbunden war, ist erst mit der Freigabe weiterer Epstein-Akten durch das US-Justizministerium Ende Jänner ans Licht gekommen. Laut den Unterlagen soll Mandelson, als er von 2008 bis 2010 Minister unter Premier Gordon Brown war, vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an den US-Finanzinvestor Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen haben.

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