Sambia ist überraschend zum ersten Mal Fußball-Meister von Afrika. Der Außenseiter gewann am Sonntag im Endspiel in Libreville 8:7 im Elfmeterschießen gegen die favorisierte Elfenbeinküste um deren Star Didier Drogba.
Das "Team der Namenlosen" - nur ein Spieler kickt in einer europäischen Topliga - schrieb eine der berührendsten Geschichten der Fußball-Historie. Vor 19 Jahren starben im Finalort Libreville in Gabun 30 Spieler von Sambias Nationalmannschaft bei einem Flugzeugabsturz. Die Spieler besuchten vor dem Endspiel die Absturzstelle. Keeper und Finalheld Kennedy Mweene: "Wir brannten alle darauf, für sie zu triumphieren."
Für Sambia war es im dritten Anlauf nach 1974 und 1994 der erste Triumph in einem Endspiel des Afrika-Cups, die Elfenbeinküste verpasste dagegen wie schon vor sechs Jahren den zweiten Titelgewinn nach 1992. Den dritten Platz hatte sich am Samstag überraschend Mali im kleinen Finale mit 2:0 (1:0) gegen Ghana gesichert.
Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung war es im Endspiel 0:0 gestanden, Drogba schoss in der 70. Minute einen Foulelfmeter über das Tor. Die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel erst nach 18 Schützen, Stoppila Sunzu war dabei der Matchwinner.
Drogbas Fehltritt
Drogba bot sich unter den Augen des brasilianischen Idols Pele in einer der aufregendsten Szene der zweiten Hälfte die Riesenchance zur Führung. Nach einem Schubser von Isaac Chansa an Gervinho gab es Elfmeter, Drogba setzte den Ball aber hoch über das Tor. Schon im Viertelfinale gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea hatte er vom Punkt aus vergeben. Da tröstet es auch nicht, dass Drogba im Elfmeterschießen bewies, dass er doch vom Punkt treffen kann.