Nach jahrelanger Kritik an den Zuständen rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße startete am Freitag (8.5.) die polizeiliche Schutzzone beim Fritz-Imhoff-Park, nahe der als Drogen-Hotspot bekannten U-Bahnstation. Rund um den Wiener Westbahnhof gilt seit Freitag ein Alkoholverbot. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 1.000 Euro. Für die Wiener ÖVP ist das ein längst überfälliger Schritt.
"Jahrelang haben SPÖ und Neos die Probleme rund um den Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer Straße ignoriert und verharmlost. Erst durch den beharrlichen Druck der ÖVP und der betroffenen Anrainer kommt nun endlich Bewegung in die Sache", so VP-Mariahilf-Obmann Gerhard Hammerer und Felix Ofner, Obmann der VP-Rudolfsheim-Fünfhaus. "Dass jetzt erste echte Maßnahmen gesetzt werden, ist richtig und notwendig. Klar ist aber auch: Wir stehen erst am Anfang."
Die neue Schutzzone war eine langjährige Forderung der Wiener VP. "Wir haben dabei stets auf das erfolgreiche Vorbild Wiener Neustadt verwiesen. Die Schutzzone soll vor allem Kinder und Jugendliche schützen, das Sicherheitsgefühl erhöhen und der Polizei wirksamere Eingriffsmöglichkeiten geben, gegen Drogenhandel und Störungen vorzugehen. Dass diese Maßnahme jetzt kommt, bestätigt, wie richtig unsere Linie war", so Hammerer und Ofner.
Besonders scharf kritisiert die ÖVP den bisherigen Umgang der Stadtregierung mit den Problemen rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer. "Die Menschen im Grätzl wurden von SPÖ und Neos seit Monaten vertröstet. Sicherheitsgipfel angekündigt, dann abgesagt. Konzept versprochen, bis heute nicht geliefert. Jetzt gibt es endlich erste konkrete Maßnahmen. Das begrüßen wir ausdrücklich. Jetzt braucht es endlich auch eine Anrainerversammlung, damit die Betroffenen selbst zu Wort kommen", erklärt Hammerer.
Auch Ofner fordert weitere Schritte und kritisiert die bestehende Drogenpolitik der Stadt Wien. "Wo bleibt endlich die wienweite Sucht- und Drogenstrategie? Die aktuelle Strategie beruht auf einem Konzept aus dem Jahr 1999. Darin kommt das Jedmayer nicht einmal vor, obwohl mehr als 72 Prozent aller Spritzenabgaben und 82 Prozent aller Spritzentauschkontakte auf diesen Standort entfallen. Diese massive Belastung spüren die Menschen im Grätzl an der Grenze zwischen Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus Tag für Tag."
Die ÖVP fordert deshalb die vollständige Umsetzung ihres bereits vorgelegten Fünf-Punkte-Pakets. Dieses beinhaltet unter anderem eine Alkoholverbotszone im Bereich der U6-Station, weitere Schutzzonen, einen permanenten Sicherheitsdienst der Wiener Linien, mehr Sozialarbeiter sowie Videoüberwachung und Notrufsäulen.