Anfang April schnappte die Falle zu: Nach einem Hinweis aus Bayern kam es im Bezirk Braunau zur Hausdurchsuchung. Die Polizisten trafen den Beschuldigten (44), seine Lebensgefährtin (37) und zwei Kinder an. Im Keller fanden sie eine professionelle Cannabis-Plantage, rund 1,6 Kilo Marihuana, synthetische Suchtmittel sowie Hieb- und Stichwaffen.
Wie sich herausstellte, soll das Paar mindestens 25 Kilo Marihuana hergestellt haben. Zumindest 18 Kilo davon und rund 500 Gramm Amphetamin sowie geringe Mengen Methamphetamin und Kokain gelangten an eine Vielzahl von Subdealern und Abnehmern.
Die Ermittler entdeckten außerdem einen eigens eingerichteten Raum samt selbstgebauter Aufzeichnungsanlage und zahlreiche Datenträger: Darin wurden private pornografische Aufnahmen produziert.
Da die Zustände vor Ort das Wohl des Nachwuchses massiv gefährdeten, wurde die Kinder- und Jugendhilfe der BH Braunau eingeschaltet. Die beiden Minderjährigen wurden den Personen sofort abgenommen. Ebenfalls riskant: die desolaten Wohnverhältnisse – die Freiwillige Feuerwehr und die Baubehörde schritten ein.
Die weiteren Erhebungen führten ins unmittelbare Nachbarschaftsumfeld. Die Kriminalisten konnten zwei Verdächtigen – er 39 Jahre alt, sie 33 – Suchtgiftankauf im Kilobereich nachweisen. Auch in diesem Fall kam es zu Kindesabnahmen.
Insgesamt fünf Personen kamen in die Justizanstalt. Die Polizei forschte außerdem rund 40 Abnehmer in Österreich und in Niederbayern aus und identifizierte vier mutmaßliche Opfer von Sexualdelikten.
Weiters wurden 1,6 Kilo Marihuana, ein Kilo Amphetamin, größere Mengen Ecstasy-Tabletten sowie Drogengeld und digitale Beweismittel sichergestellt. Alle Festgenommenen zeigten sich zu den Drogendelikten umfassend geständig.