Bayern München steht mit mehr als nur einem Bein im Viertelfinale der Champions League. Deutschlands Tabellenführer feierte im Achtelfinal-Hinspiel bei Atalanta Bergamo einen furiosen 6:1-Erfolg. Da darf im Rückspiel am 18. März nichts mehr anbrennen.
Das dachten sich wohl auch Olise und Kimmich, die sich in der Schlussphase (78. beziehungsweise 83. Minute) späte und unnötige Gelbe Karten für Spielverzögerungen holten. Beide sind im nahezu bedeutungslosen Rückspiel damit gesperrt, gehen dann aber unbelastet ins Viertelfinale.
Sofern die UEFA nicht doch noch eingreift. Ein derartiges Abholen einer Verwarnung ist eigentlich verboten und könnte eine Sperre für ein weiteres Spiel zur Folge haben. So bereits geschehen bei Real-Star Sergio Ramos im Jahr 2019. Auch sein Teamkollege Dani Carvajal war dafür bereits ein Spiel extra gesperrt worden.
Nun ist jedenfalls die UEFA am Zug, die Disziplinarkommission des europäischen Fußballverbandes wird sich mit Kimmich und Olise befassen. "Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet. Sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der UEFA-Disziplinar-Homepage veröffentlicht", erklärte Europas Fußball-Union gegenüber der "dpa". Ob Kimmich und Olise also ein Nachspiel droht, werde sich in den nächsten Tagen entscheiden. Die UEFA bestätigte weder ein Verfahren, dementierte aber auch nicht.
In der Mixed Zone hatte sich Kimmich gestellt, ein Lächeln aber nicht verkneifen können. Trotzdem sprach Bayerns Star von einer "ärgerlichen" Verwarnung, begründete sein langes Zögern vor dem Freistoß damit, dass er einen freien Mann gesucht hatte, Gegenspieler Yunus Musah dann auf ihn zugelaufen kam, er wieder abstoppte und Gelb sah. "Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen will", sagte Kimmich. Der Deutsche gab es zumindest nicht zu.