Laimer und Schlager sind schon ihr halbes Leben lang befreundet. Die beiden ÖFB-Teamspieler sind beide 26 Jahre alt, wurden beide in der Nachwuchsakademie von Red Bull Salzburg ausgebildet. Mit 13 lernten sie sich kennen und freundeten sich an. Dass beide dieselbe Position, den klassischen Abräumer in der Mittelfeld-Zentrale spielen, änderte daran nichts. "Wenn wir zusammenkommen, ist es wie früher. Da reden wir über Gott und die Welt. Man hört sich nicht jeden Tag. Ich habe meine Spiele, er hat seine Spiele, aber wenn wir uns dann zum Beispiel beim Nationalteam sehen, dann sitzen wir die ganze Zeit zusammen und reden über den Blödsinn – wie wenn wir noch 16 und im Internat wären", erzählte ÖFB-Ass Laimer im Podcast "Von Spiel zu Spiel".
Seit Sommer ist Laimer nun beim deutschen Serienmeister Bayern München aktiv, während Schlager noch bei RB Leipzig kickt, wo die beiden zuvor Seite an Seite spielten. Dabei flogen zwischenzeitlich aber auch immer wieder die Fetzen. "Es hat eine Aktion in Leipzig gegeben. Da hat es richtig gekracht. Wir sind mit vollem Tempo zusammengekracht. Er spitzelt den Ball weg, ich will ihn wegschlagen, haue voll auf seinen Fuß drauf, dann sind wir beide am Boden gelegen", erzählte Schlager. "Er hat mir wehgetan, ich war sauer auf ihn und er war dann beleidigt", ergänzte Laimer. "Weil du mich beleidigt hast. Wie kann man gleich beleidigen?", hielt sein Freund Schlager schmunzelnd entgegen. Die Verstimmung der beiden langjährigen Mitspieler wurde aber schnell wieder ausgeräumt.
Nun sind die beiden Kontrahenten, stehen sich in Bundesliga-Top-Partien als Gegenspieler gegenüber. "Da sind wir eiskalt", erzählte Laimer. "Wir sagen vor dem Spiel kurz Hallo, wenn wir im Spielertunnel stehen. Und dann war es das. Wir spielen dann ja auch oft Mann auf Mann, da hat es schon ein paar intensive Duelle gegeben", lachte der Bayern-Kicker. "Das erste Spiel, wo wir gegeneinander gespielt haben, war Salzburg gegen Leipzig. Da hab ich mir eine Gelbe abgeholt, indem ich ihn umgehackt habe", erzählte Schlager. "Sowas gehört dazu", antwortete Laimer.
Schlager gab dann auch tiefe Einblicke in seine Spielweise. Gerade durch das Gegenpressing ist der Stressfaktor im Mittelfeld ziemlich hoch. Es muss schnell gehen, so ist der typische Red-Bull-Fußball. Deshalb hat sich der 26-Jährige einen besonderen Trick angeeignet, um die Orientierung zu behalten. "Oft siehst du in deinem Blickfeld nicht so viel, nur jemanden vorbeirennen. Dann sieht man nur Schuhe, Stutzen, Hosen, nicht den ganzen Körper. Es ist dann auch entscheidend zu wissen, wie dein Nebenmann aussieht, welche Bewegungen er macht, welche Schuhe er hat. Es gibt Situationen, wo du blinde Pässe spielst, wo du weißt: Wenn ich jetzt nichts tue, dann ist der Ball weg", erklärte Schlager.
Gerade Stefan Lainer sei ein Beispiel gewesen. Der wechselte nämlich einmal sein Schuhwerk. "Dann hab ich mir schon gedacht: Das passt nicht. Es sind so kleine Markierungen, wo du dir einen Vorteil verschaffen willst. Wenn du den Ball zurückeroberst, hast du keine Zeit", so Schlager.