Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hat Bundesliga-Präsident und Sturm-Graz-Boss Hans Rinner einen wenig schmeichelhaften Brief geschrieben. In dem Schriftstück, das den acht übrigen Bundesliga-Vereinen in Kopie übermittelt wurde, kritisiert Edlinger Rinners Aussagen zur Leistung von Schiedsrichter Thomas Einwaller im Spiel Sturm Graz vs. Rapid.
Edlinger meint wörtlich in dem Brief: "Lieber Freund, ich hätte nicht gedacht, dass Du meine Vorbehalte gegen Dich als Ligapräsident so rasch bestätigst. Deine Äußerungen nach dem Spiel Sturm - Rapid sind für einen Klubpräsidenten legitim, für den Ligapräsidenten untolerierbar." Es könne nicht sein, dass sich der Ligapräsident so unqualifiziert über ein Schiedsrichterteam äußert und dadurch massiven indirekten Druck auf die Schiedsrichter-Besetzung ausübe, so der Rapid-Präsident.
"Liga-Präsident braucht Zurückhaltung"
Gegenüber der APA bekräftigt der Rapid-Boss seine Kritik. "Ich war immer der Meinung, dass ein Club-Chef nicht gleichzeitig Liga-Chef sein darf, weil es dann irgendwann zu solchen Dingen kommen muss. Als Liga-Präsident muss er ein gewisses Maß an Zurückhaltung an den Tag legen, immerhin ist er ja auch ÖFB-Vizepräsident."
Rinner: "Kritik hat nichts mit der Liga zutun"
Edlinger hat sich im November 2009 für tipp3-Vorstand Dietmar Hoscher als neuen Bundesliga-Präsidenten stark gemacht. Die Mehrheit stimmte aber für Rinner. Schon gegen dessen Vorgänger Martin Pucher hat Edlinger wegen der Doppelfunktion als Mattersburg-Obmann und Liga-Chef stets große Bedenken geäußert. "Martin Pucher hätte sich aber nie so verhalten wie Rinner", erklärte Edlinger.
Rinner jedoch verteidigt sein Vorgehen. "Es ist mein gutes Recht als Sturm-Chef, meine Meinung zu äußern und das lasse ich mir nicht nehmen. Ich weiß nicht, was das mit der Liga zu tun haben soll. Ich übe ja keinen Druck auf die Liga aus", sagt der Steirer.
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