Während Thomas Müller bei den Vancouver Whitecaps in Kanada kickt, hält Ehefrau Lisa Müller in Bayern die Stellung. In der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) spricht die 36-Jährige nun offen über die Gründe, warum sie nicht mit ihrem Mann ausgewandert ist.
"Es wäre gar nicht möglich gewesen, ihn zu begleiten. Ich reite Turniere, das ist mein Beruf. Die Pferde müssen auch zwischen den Turnieren trainiert werden, und es muss einer im Betrieb nach dem Rechten schauen", erklärt sie gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Gemeint ist das gemeinsame Gestüt Gut Wettlkam südlich von München, das die beiden seit Jahren führen.
Zur Ehe mit Thomas will sie sich nicht ständig äußern: "Dann würde ich mich rechtfertigen und außerdem, egal, was man sagt, sie drehen es hin, wie sie es haben wollen." So schildert sie auch eine typische Szene:
"Ich war vor ein paar Wochen mit mehreren Freunden essen. Dann werden Fotos gemacht, auf denen außer mir nur eine Person zu sehen ist, die dann entsprechend interpretiert werden. Dann sieht man mich wieder mit Thomas, dann ist wieder alles gut, zwei Wochen später ist wieder nichts mehr gut. Inzwischen ist es mir wurscht, dann bin ich eben die dumme Spielerfrau, die eigentlich nur Nägel lackieren kann."
Auch wegen ihres politischen Engagements wird sie oft missverstanden. Sie absolvierte ein Praktikum bei CSU-Landtagspräsidentin Ilse Aigner, ist inzwischen Parteimitglied – und wehrt sich gegen vorschnelle Urteile: "Dabei mache ich überhaupt noch keine Politik, ich mache Praktika."
Und wie steht’s sportlich? Olympia sei zwar ein Traum, aber: "Jeder Sportler träumt davon, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, auch ich. Aber das Thema steht nicht unbedingt im Fokus", erklärt sie im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
Für Thomas findet sie in der "SZ" nur lobende Worte: "Thomas kommt auch nicht aus der Pferdeszene, aber er hat sich in das Thema Zucht enorm reingekniet und viel gelernt. Er hat als Sportler ein gutes Auge für Bewegung und Qualität insgesamt. Er sieht zum Beispiel, ob das Pferd ein aktives Hinterbein hat, was immens wichtig ist für ein Dressurpferd. Da schaut er auch bei der Hengstauswahl drauf."