Es klingt praktisch und umweltfreundlich: Wer unter der Dusche pinkelt, spart sich den Gang zur Toilette und nebenbei auch noch Wasser. Bis zu 2.190 Liter pro Jahr können so eingespart werden, da die Toilettenspülung entfällt.
Doch Mediziner sehen das kritisch. Besonders für Frauen kann die Angewohnheit zum Problem werden. Der Grund: Im Stehen kann sich die Beckenbodenmuskulatur nicht vollständig entspannen.
Wie chip.de unter Berufung auf watson.de berichtet, führt das zu einer unvollständigen Blasenentleerung. Langfristig drohen häufiger Harndrang oder sogar eine Blasenschwäche.
Ein weiterer Aspekt betrifft beide Geschlechter: Das wiederholte Hören von fließendem Wasser kann das Gehirn darauf trainieren, Harndrang zu verspüren – auch wenn die Blase gar nicht voll ist.
"Sobald Sie das Wasser laufen hören, entwickeln einige einen verstärkten Harndrang. Das ist nur natürlich", bestätigt Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Bundesverbandes der Deutschen Urologen.
Zudem kann sich Urin in der Duschwanne und den Rohren ablagern, was zu Urinsteinbildung führt. Die Folge: unangenehme Gerüche und verengte Rohre. Eine gründliche Reinigung ist daher wichtig.
Für Männer ist das Pinkeln unter der Dusche weniger problematisch – solange die Blase vollständig entleert wird. Bei Harnwegsinfektionen oder offenen Hautstellen sollte jedoch auch jeder darauf verzichten.