Der weltweit größte E-Sport-Bewerb bekommt 2026 eine neue Heimat – zumindest vorübergehend. Der Esports World Cup wird im kommenden Jahr erstmals nicht in Saudi-Arabien ausgetragen, sondern in Paris stattfinden. Damit verlässt das milliardenschwere Gaming-Event erstmals Riad und zieht mitten ins Herz Europas. Die Veranstalter bestätigten nun offiziell, dass der Esports World Cup von 6. Juli bis 23. August 2026 in der französischen Hauptstadt stattfinden soll. Für die Szene ist das ein bedeutender Schritt.
Galt bisher Riad als fixes Zentrum des Turniers, beginnt nun laut der Esports Foundation eine internationale Rotation der Austragungsorte. Paris soll dabei den Startschuss für diese neue Phase geben. Die Organisatoren sprechen von einer langfristigen globalen Strategie. Nach einer umfassenden Prüfung und wegen der aktuellen Lage in der Region habe man entschieden, die internationale Expansion bereits 2026 zu starten. Ziel sei es, frühzeitig Planungssicherheit für Teams, Spieler, Partner und Fans zu schaffen.
Die Zahlen rund um das Turnier zeigen, wie groß das Event inzwischen geworden ist. Für 2026 rechnen die Veranstalter erneut mit mehr als 2.000 Spielern und 200 Clubs aus über 100 Ländern. Gespielt wird in insgesamt 24 Games und 25 Turnieren. Das Preisgeld liegt laut Angaben der Organisatoren bei mehr als 75 Millionen US-Dollar. Damit bleibt der Bewerb der höchstdotierte Wettbewerb der E-Sport-Geschichte. Auch bei den Zuschauerzahlen hat der World Cup zuletzt neue Dimensionen erreicht.
Laut Veranstalterangaben sahen 2025 weltweit mehr als 750 Millionen Menschen das Event. Gleichzeitig sollen über 350 Millionen Stunden Watchtime zusammengekommen sein. In Spitzenzeiten verfolgten knapp 8 Millionen Menschen gleichzeitig die Übertragungen. Gesendet wurde über 28 Plattformen, 97 Broadcast-Partner und mehr als 800 Kanäle in 35 Sprachen. Die Reichweite erstreckte sich laut den Organisatoren auf 140 Länder. Für Paris ist die Veranstaltung ein weiterer Prestigegewinn.
Die französische Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker als internationale Sportmetropole positioniert. Nach Großereignissen aus klassischen Sportarten holt sich die Stadt nun auch eines der größten digitalen Sportevents der Welt. Ralf Reichert, CEO der Esports Foundation, betonte in einer Stellungnahme die besondere Rolle von Riad für den Aufbau des Turniers. "Riad hat maßgeblich dazu beigetragen, den Esports World Cup zu einem globalen Phänomen zu machen", sagte Reichert.
Gleichzeitig sprach er von einem wichtigen neuen Kapitel für den Wettbewerb. "Paris war Gastgeber einiger der größten Sportereignisse der Welt und zählt zu den bedeutendsten globalen Metropolen für Sport, Kultur und Entertainment", so Reichert weiter. Die Veranstalter hoffen nun auf starke Unterstützung durch die französischen Fans. Gerade Frankreich gilt seit Jahren als einer der wichtigsten europäischen Märkte für Gaming und E-Sport. Große Turniere lockten dort zuletzt regelmäßig zehntausende Besucher in Hallen und Arenen.
Noch sind allerdings nicht alle Details bekannt. Wo genau die Wettbewerbe stattfinden werden, welche Arenen genutzt werden und wie das Rahmenprogramm aussehen soll, wollen die Organisatoren erst in den kommenden Wochen bekanntgeben. Fans mit bereits gekauften Tickets sollen direkt informiert werden.
Parallel zum Esports World Cup rückt auch der Esports Nations Cup 2026 stärker in den Mittelpunkt. Der Bewerb setzt stärker auf nationale Teams und soll Länder gegeneinander antreten lassen. Damit wollen die Veranstalter den internationalen Charakter des E-Sports weiter ausbauen und nationale Rivalitäten stärker in den Vordergrund stellen. Konkrete Details zum Ablauf und zu den teilnehmenden Nationen stehen allerdings noch aus.
Klar ist aber schon jetzt: 2026 dürfte für den internationalen E-Sport ein entscheidendes Jahr werden. Mit dem Umzug nach Paris verlässt das bisher größte Gaming-Event erstmals seine bisherige Heimat. Für Fans, Spieler und Teams beginnt damit eine neue Phase, die den E-Sport noch stärker in Richtung weltweiter Sportgroßereignisse führen soll.