E-Sportler fälscht ID und Pro-Teams betrügen wieder

Ein 17-Jähriger fälscht seine Identitätskarte, um an einem australischen "CS:GO"-Turnier teilzunehmen, das eigentlich erst ab 18 Jahren ist.

Skurrile Geschichte aus Australien. Der 17-jährige Tyson "asap"» Paterson wurde von der größten E-Sport-Liga der Welt, der ESL, gebannt. Der Jüngling hat nicht irgendwelche bösen Cheats gebraucht oder hat die Gegner beleidigt, nein, er hat eine echte Straftat begangen. Für ein 2-on-2-Turnier hat er nämlich seine ID gefälscht. Der Grund: Für das Turnier musste man volljährig sein.

Die ESL bannt den Teenager für 12 Monate, mehr Strafen gibt es für Tyson "asap"» Paterson nicht. Er kann froh sein, denn amtliche Dokumente zu fälschen, ist auch in Australien eine Straftat. Bis zu fünf Jahre Gefängnis könnte "asap" für seine Aktion bekommen. Von einer Strafanzeige sieht aber die Electronic Sports League, die ihren Hauptsitz in Deutschland hat, ab.

Bitter ist es für Tyson "asap" Paterson und sein Team Rooster trotzdem. Dieses musste seinen Spot an der Dreamhack Winter 2020: Oceania aufgeben und kann auch für andere Turniere, für die sich das Team qualifiziert hat, nicht teilnehmen. Für den jungen Spieler sicher eine Lektion für seine weitere E-Sports-Karriere.

Stream-Sniping ist der wahre Skandal

Aber ist dieser Ban gerechtfertigt? Gerade in der aktuellen Zeit? Die "CS:GO"-Szene hat gerade diesen Monat einen der größten Skandale ihrer Geschichte erlebt. Anscheinend sollen Coachs praktisch aller Top-Teams über Monate Stream-Sniping begangen haben. Was ist Stream-Sniping, fragt ihr euch?

Das ist, wenn ihr eurem Gegner, der auf der Streaming-Plattform Twitch seine Matches überträgt, zuschaut. So wisst ihr, was er macht, und habt einen Vorteil. Genau das haben praktisch alle Pro-Teams gemacht, sprich ihre Coachs, die dann die Informationen an ihre Spieler weitergegeben haben. Ein absolutes Unding, das nichts anderes ist als Betrügen.

Die Esports Integrity Commission, die solche Fälle untersucht, hat keine Teams bestraft. Warum? Weil für eine weiterführende Untersuchung das Geld fehlt und eine Bestrafung eine zu hohe Auswirkung auf die Szene hätte, da zu viele Pro-Teams involviert wären. Mann würde sich also ins eigene Fleisch schneiden, sprich viel Geld verlieren.

Nicht der erste Skandal

Da kommt so ein Skandal aus Australien gerade recht, lenkt er doch die Aufmerksamkeit auf diesen 17-jährigen Gamer, könnte sich der Zyniker denken. Gerade weil vor Kurzem ein ähnlicher Fall passierte, in dem es dem Coach möglich war, durch einen Bug dem Gegnerteam zuzuschauen. Was dem Team einen massiven Vorteil verschaffte.

Die großen E-Sports-Ligen wollen in Zukunft mehr auf die Teams schauen, und falls eine große E-Sport-Organisation wieder mal beim Gegner zusieht, werde es harte Strafen geben. Dies vermeldet die Esports Integrity Commission.

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