Die Nachrichten von Explosionen und Bränden, hervorgerufen durch Lithiumbatterien, nehmen stark zu. Erst vor wenigen Wochen schockierte die Meldung, dass zwei Kinder nach der Explosion eines Staubsauger-Akkus gestorben sind.
Jetzt warnt der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe und zeigt auf, wie groß die Gefahr dieser Batterien im Restmüll ist. Laut einer neuen Studie der Montanuniversität Leoben stecken in jeder Tonne Restmüll im Schnitt acht Lithiumbatterien.
Für einen Müllwagen bedeutet das: Rund 70 potenzielle Brandherde fahren bei jeder vollen Ladung mit.
Die Zahl der falsch entsorgten Lithiumbatterien ist in nur zehn Jahren um 300 Prozent gestiegen. Die Studienautoren sprechen von einer "deutlichen Verschärfung der Risikosituation". Wird eine Lithiumbatterie beschädigt oder stark erhitzt, kann sie in Brand geraten.
Thomas Nigl von der Montanuniversität Leoben warnt: "Hochgerechnet beträgt die Anzahl an Lithiumbatterien im Restmüll jährlich rund 17 Millionen Stück. Das ist für die Abfallwirtschaft eine Katastrophe. Besonders auffällig ist der starke Anstieg von Brandereignissen in den letzten zwei Jahren, die deutlich über dem langfristigen Trend liegen. Gleichzeitig zeigen sich neue Extremwerte bei Branddauer, betroffener Abfallmenge und Schadenssummen."
Besonders häufig fanden die Forscher Einweg-E-Zigaretten, Spielzeug, elektrische Zahnbürsten, Akkugeräte und kleine Elektrogeräte mit fix eingebauten Akkus im Restmüll. Auch blinkendes Kinderspielzeug oder singende Grußkarten können gefährlich werden, wenn sie falsch entsorgt werden.
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe warnt eindringlich vor den Folgen. Präsidentin Gabriele Jüly sagt: "Falsch entsorgte Lithiumbatterien sind eine tickende Zeitbombe für unsere Beschäftigten, für die Umwelt, für den Fortbestand ganzer Betriebe und für die Entsorgungssicherheit in Österreich."
Allein im vergangenen Jahr wurden 36 größere Brände in Betrieben der Abfall- und Ressourcenwirtschaft dokumentiert. Der VOEB fordert deshalb ein Cashback-System. Wer Lithiumbatterien korrekt zurückbringt, soll sofort Geld zurückbekommen.
Für Konsumenten ist die Regel klar: Lithiumbatterien und Akkus gehören niemals in den Restmüll, ins Altpapier oder in die Gelbe Tonne. Sie sollen zur Problemstoffsammlung der Gemeinde oder im Handel in die Rückgabeboxen gebracht werden.
Wichtig ist auch: Vor der Rückgabe sollten die Pole mit Klebestreifen oder Isolierband abgeklebt werden, damit es keinen Kurzschluss gibt. Wenn möglich, sollte der Akku getrennt vom Gerät abgegeben werden.
Auch daheim gilt Vorsicht. Lithiumbatterien sollten nicht in der Nähe brennbarer Materialien gelagert werden. Hitze über 40 Grad und Kälte unter minus 10 Grad sollten vermieden werden. Bei Verformung, Geruch, Verfärbung oder starker Erwärmung sollte ein Akku nicht mehr verwendet werden.