Funkelndes Meisterwerk

Edelsteinstrauß im NHM jetzt auch als 3D-Modell

Das wertvolle Prunkstück mit 2.000 Diamanten erstrahlt im Naturhistorischen Museum auch als 3D-Modell. Sogar Goethe war von dem Meisterwerk begeistert
Thomas Peterthalner
16.04.2026, 12:01
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

150 Jahre nach der Gründung des Naturhistorischen Museums Wien rückt eines der wertvollsten Exponate wieder funkelnd ins Rampenlicht: Der legendäre Edelsteinstrauß bekommt eine eigene Pop-up-Vitrine in Saal IV. Nach dem Umbau der Tresorvitrine ist das Kunstwerk nun besser geschützt – und erstrahlt dank neuem Lichtkonzept in frischem Glanz.

Über 2.100 Diamanten

Das rund 50 Zentimeter große Bouquet besteht aus 61 Blüten und 12 Insekten. Insgesamt wurden dafür 2.102 Diamanten und 761 farbige Edel- und Schmucksteine verarbeitet. Draht, Seide und Baumwolle bilden die Basis und imitieren Pflanzenstiele und Blätter. Besonders detailreich: Eine Zikade im oberen Bereich, deren Flügel aus Festungsachat und deren Kopf aus Augenachat gefertigt sind.

2,8 Kilo schweres Prunkstück

Gefertigt wurde das 2,8 Kilogramm schwere Prunkstück um 1760 in Wien von Juwelier Michael Grosser. Der Überlieferung nach ließ Maria Theresia den Edelsteinstrauß als "kleine Namenstagsüberraschung" für Kaiser Franz I. anfertigen. Damit legte sie auch den Grundstein für eine der bedeutendsten Edelsteinsammlungen Europas.

Schon Goethe war begeistert

Schon Johann von Goethe zeigte sich von dem funkelnden Edelstein-Kunstwerk sehr beeindruckt. In "Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit" schrieb er: "Jedermann wusste, dass Kaiser Franz eine große Neigung zu Juwelen, besonders auch zu farbigen Steinen hege."

Die Geschichte des Millionen Euro teuren Bouquets ist bewegt: Nach Jahrzehnten in der Schatzkammer der Hofburg kehrte der Edelsteinstrauß erst 1977 ins Naturhistorische Museum zurück – nach 23 Jahren Abwesenheit.

3D-Modell des Meisterwerks

Jetzt folgt der Sprung in die Moderne. Dank Unterstützung des Vereins der Museumsfreunde wurde nicht nur die Konservierung verbessert, sondern auch ein digitales 3D-Modell von dem Jahrhundert-Kunstwerk realisiert. Dafür wurden rund eintausend hochauflösende Fotos aus verschiedenen Winkeln aufgenommen.

Ab 24. April zu bestaunen

Neben besserer Beleuchtung sorgt nun auch ein Klimagerät für stabile Luftfeuchtigkeit von etwa 40 Prozent - das schützt vor Oxidation und schont die empfindlichen Materialien. Das Ergebnis: Ein historisches Meisterwerk, das nicht nur funkelt, sondern auch in der digitalen Version glänzende Einblicke bietet. Ab 24. April ist der Edelsteinstrauß im NHM zu bestaunen – und auch virtuell bis ins kleinste Detail zu erkunden.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 16.04.2026, 12:01
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen