Anrainer-Ärger

Party-Hotspot Wientalterrasse – Transparente gegen Lärm

Lärm, Müll, schlaflose Nächte: Die beliebte Wientalterrasse wird für viele Anrainer zur Belastung – jetzt gibt es eine neue Maßnahme.
Wien Heute
15.04.2026, 16:16
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Seit ihrer Eröffnung 2015 ist die Wientalterrasse auf der Rechten Wienzeile (Wien-Margareten) ein echter Publikumsmagnet. Vor allem Jugendliche nutzen den frei zugänglichen Platz gerne – besonders in warmen Nächten wird hier oft bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Doch, was für die einen ein Treffpunkt ist, wird für andere zum Problem. "Die jungen Leute, die hier bis um 4 Uhr in der Früh feiern, vergessen scheinbar, dass mein Schlafzimmer direkt daneben ist", erklärte etwa eine Anrainerin bei einer Austauschveranstaltung im vergangenen Sommer, bei der Ideen gesammelt wurden, wie Anrainer zu ausreichend Schlaf kommen.

Transparente sollen Lage entschärfen

Der Margaretener Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) startete daher gemeinsam mit AwA* (Kollektiv für Awareness-Arbeit) und Paul Stein (Grüne), Bezirksvorsteherin-Stellvertreter in Mariahilf, einen Dialog für ein gutes Miteinander auf der Wientalterrasse. Zwei mehrsprachige, rund je 30 Meter lange Transparente sollen die Situation entschärfen.

Die mehrsprachigen Transparente auf der Wientalterrasse sollen für Ruhe sorgen.
Stadt Wien/Karo Pernegger

"Margareten ist ein Nachbarschaftsbezirk. Zu guter Nachbarschaft gehört es, dass man aufeinander schaut. Dabei sollen die neuen Transparente, die wir gemeinsam mit AwA* entwickelt haben, unterstützen. Sie sollen das Bewusstsein zum respektvollen Miteinander stärken", fasst Luxenberger zusammen.

Gegenseitige Rücksichtnahme

"Die Wientalterrasse ist ein wertvoller öffentlicher Raum ohne Konsumzwang – und gleichzeitig ein Wohnumfeld. Damit diese Nachbarschaft gut funktioniert, braucht es gegenseitige Rücksichtnahme. Auch die betroffenen Anrainer im 6. Bezirk zeigen viel Verständnis, erwarten gleichzeitig aber auch völlig zurecht, dass es nachts ruhig bleibt", ergänzt Paul Stein.

Das Kollektiv für Awareness-Arbeit setzt auf Kommunikation statt Verbote: "Die Wientalterrasse zeigt exemplarisch, wie wichtig Kommunikation für ein gutes Miteinander ist – gerade dort, wo unterschiedliche Bedürfnisse aufeinandertreffen. Durch offene Diskussionsformate entwickelte Banner setzen genau hier an: Sie sprechen Besucher direkt an und laden dazu ein, Verantwortung füreinander zu übernehmen", hält Willi Hejda von AwA* fest.

Konflikt auch im "Bürgeranwalt"

Das Lärmproblem auf der Wientalterrasse besteht schon seit Jahren: Bereits im Jahresbericht 2023 der Volksanwaltschaft schlug sich der Konflikt nieder. Damals beschwerte sich eine Anrainerin über den Partylärm. Musik, Trommeln, Klatschen im Chor usw. würden sogar den Verkehrslärm der Wienzeile und der U-Bahn-Linie U4 übertönen, hieß es damals.

Besonders problematisch sei es, wenn man im Sommer wegen der Hitze nachts nicht einmal die Fenster schließen könne. Die Lösung könne nicht darin bestehen, regelmäßig die Polizei zu rufen. Die Volksanwaltschaft leitete damals ein Prüfverfahren ein und stellte den Fall sogar in der ORF-Sendung "Bürgeranwalt" vor.

Nächtliche Sperre keine Lösung

Eine Sperre der Terrasse ab 22 Uhr lehnte die Stadt Wien ab, da dies nicht mit einem vertretbaren Aufwand umsetzbar sei. Dafür stellte der Magistrat Kontrollen durch die zuständige Polizeiinspektion und das Awareness-Team in Aussicht. Eine wirkliche Besserung der Situation dürfte dies aber nicht gebracht haben. Ob die neuen Transparente für mehr Ruhe sorgen werden, wird sich wohl erst in den kommenden Sommernächten zeigen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 15.04.2026, 16:16
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