Caritas Zentrum in Wien

Kirchenschiff geht nun in Wien-Margareten vor Anker

In Wien-Margareten startet ein neues Projekt der Caritas in einer Kirche – Bürgermeister Ludwig und Erzbischof Grünwidl waren bei der Eröffnung dabei
Thomas Peterthalner
09.04.2026, 12:43
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Ein ungewöhnliches Projekt geht nun in Wien-Margareten vor Anker: Mit dem "Kirchenschiff" wollen Caritas und Erzdiözese Wien Glauben, Hilfe und Nachbarschaft verbinden. Am Donnerstag wurde das Pilotprojekt in der Pfarrkirche Auferstehung Christi in Wien-Margareten vorgestellt. "Hafen und Anlegestelle zugleich" soll das Kirchenschiff sein, so Caritasdirektor Klaus Schwertner, für Menschen aus der Nachbarschaft ebenso wie für jene, die Unterstützung, Stille oder Spiritualität suchen.

Ort der Nächstenliebe

Erzbischof Josef Grünwidl betont die Bedeutung: "Mit dem Kirchenschiff geben wir der Kirche Auferstehung Christi eine Zukunft – und einen erweiterten Auftrag. Wir bewahren den Kirchenraum als Ort des Gottesdienstes und des Gebetes und entwickeln ihn weiter zu einem Ort der konkreten Nächstenliebe." Und weiter: "Kirche blüht dort auf, wo sie den Menschen dient und ihnen einen Ort bietet, an dem jede und jeder willkommen ist."

Hilfe auf 1.100 Quadratmetern

Auf rund 1.100 Quadratmetern entsteht ein in Österreich einzigartiges Projekt. Eine denkmalgeschützte Kirche bleibt erhalten und wird gleichzeitig zu einem offenen Sozial- und Begegnungszentrum. Schwertner erklärt: "Eine nicht profanierte, denkmalgeschützte Kirche bleibt Kirche – und wird zugleich zu einem offenen Sozial- und Begegnungszentrum für die Stadt. Hier können künftig Menschen andocken – ganz gleich, ob sie konkrete Hilfe brauchen, Gemeinschaft suchen oder in Stille und Gebet sein wollen."

"Offener Ort mitten im Grätzl"

Prominente Unterstützung kam bei der Eröffnung unter anderem von Bürgermeister Michael Ludwig und Doris Schmidauer. "Das Kirchenschiff zeigt sehr konkret, wie wir in Wien mit knappen Flächen in einer wachsenden Stadt umgehen können und darin echte Chancen erkennen", so Bürgermeister Michael Ludwig (SP). "Hier entsteht ein offener Ort mitten im Grätzl, der Hilfe, Gemeinschaft und Kultur verbindet und damit Zusammenhalt ganz konkret erlebbar macht. Es ist ein Projekt mit Vorbildcharakter, weil es soziale Verantwortung, Nachbarschaft und städtische Entwicklung auf neue Weise zusammenbringt."

"Zeiten großer Herausforderungen"

"Gerade in Zeiten großer Herausforderungen sind Orte, die Halt geben und Mut machen, besonders wertvoll. Mit dem Kirchenschiff öffnet sich ein neuer wichtiger Raum, der Mitwirkung ermöglicht und Gemeinschaft stärkt. Engagement und Solidarität sind das Gegenteil von Resignation – und davon brauchen wir mehr", so Doris Schmidauer.

Wärmestube und Oase

Die 1969 bis 1971 errichtete Kirche in der Siebenbrunnenfeldgasse wird künftig für zahlreiche Angebote genutzt. "Gerade jetzt angesichts der Teuerung finden Armutsbetroffene hier eine neue Lebensmittel- und Kleiderausgabe vor. Im Winter beherbergt das Kirchenschiff eine Wärmestube, im Sommer eine kühlende Klimaoase. Darüber hinaus wird es hier Sozialberatung sowie ein Lernzimmer mit Nachhilfeangeboten geben. Kurzum: Es wird ein Ort sein, an dem hunderte Freiwillige für andere Menschen da sein werden", so Schwertner.

Lebensmittel-Ausgabe für Bedürftige

Gottesdienste bleiben weiterhin Teil des Konzepts. "Dass die Lebensmittel- und Kleiderausgabe für Menschen in Not im selben Raum stattfindet wie die Gottesdienste, macht spürbar: Der Dienst am Nächsten ist ein Dienst an Gott" so Erzbischof Grünwidl.

Nur mit Unterstützern möglich

Zum Abschluss bedankte sich Schwertner bei allen Unterstützern: "Die Idee des Miteinanders hat das Projekt Kirchenschiff von Anfang an geprägt – vom ersten Entwurf bis zur konkreten Umsetzung. Ohne zahlreiche engagierte Partnerinnen wäre dieser Kraftakt nicht möglich gewesen. Danke an alle Spenderinnen, die durch ihre Unterstützung die Verwirklichung des Kirchenschiffs ermöglichen." Auch dem zuständigen Ministerium sprach er Dank aus.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 09.04.2026, 12:43
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