In Döbling

Mega-Graffiti an APA-Turm als Startschuss für Stadtteil

Am alten APA-Turm in Döbling entsteht Österreichs größtes Wandgemälde. Das ist auch der Startschuss für neuen Stadtteil. Am 7. Mai geht’s los.
Wien Heute
29.03.2026, 11:45
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Nach über zwei Jahrzehnten Stillstand kommt Bewegung in eines der auffälligsten Areale in Döbling: Rund um den ehemaligen APA-Turm in der Gunoldstraße startet jetzt die große Verwandlung. Stadt Wien, BUWOG und die Streetart-Gruppe Calle Libre läuten mit einem riesigen Kunstprojekt die Zukunft ein.

1.100 Quadratmeter großes Gemälde

Am 52 Meter hohen Turm entsteht aktuell das größte Wandgemälde Österreichs. Auf rund 1.100 Quadratmetern bringt der spanische Künstler Okuda San Miguel Farbe ins bisher graue Stadtbild. Sein Werk soll ein starkes Zeichen für Vielfalt und Offenheit setzen. Die Fertigstellung ist in rund drei Wochen geplant.

Bürger können Ideen einbringen

"Wir befinden uns auf einem Gelände, das schon über zwei Jahrzehnte vor sich hinschlummert. Dieser Leerstand begleitet mich fast mein ganzes Stadträtinnen-Dasein, umso mehr freue ich mich, dass jetzt endlich Bewegung in die Sache und ins Grätzl kommt. Wir wollen attraktiven Wohnraum, Arbeitsplätze und natürlich Grün- und Erholungsflächen schaffen. Eng verbunden mit dem Planungsprozess starten wir ein Bürger*innenbeteiligungsverfahren, bei dem Interessierte ihre Ideen und Vorschläge direkt vor Ort im coolen Ambiente des neuen Kunstobjektes einbringen können", so Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Auch bei der BUWOG zeigt man sich stolz. Geschäftsführer Andreas Holler erklärt: "Als Bauträger ist es uns eine große Ehre, an diesem prägenden Stadtentwicklungsgebiet maßgeblich beteiligt zu sein-in nicht allzu ferner Zukunft werden hier zahlreiche neue Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus versteht sich die BUWOG seit jeher als Förderin von Kunst und Kultur, deshalb freuen wir uns sehr, hier am Standort Heiligenstadt gemeinsam mit der Stadt Wien und Calle Libre einem Künstler und zugleich gesellschaftlich relevanten Themen eine Plattform zu geben". Und weiter: "Damit gelingt es uns einmal mehr, Kunst der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen – und das in diesem Fall sogar von weithin sichtbar."

„Es zeigt, dass Stadtentwicklung nicht trocken sein muss, sondern laut, bunt und voller Haltung sein darf“
Selma ArapovićNeos-Planungssprecherin

Auch politisch sorgt das Projekt für Begeisterung: "Jedes Mal, wenn ich in den letzten Jahren am alten APA-Turm vorbeigefahren bin, hat es mir als Architektin fast ein bisschen im Herzen wehgetan: So viel ungenutzter Platz, so viel grauer Beton im Dornröschenschlaf. Umso mehr freue ich mich, dass wir diesen 'Elefanten im Raum' jetzt endlich ansprechen und angehen. Dass der Startschuss ausgerechnet mit Street Art fällt, ist für mich ein echtes Highlight", erklärt NEOS-Planungssprecherin Selma Arapović. Es zeige, dass Stadtentwicklung nicht trocken sein müsse, sondern laut, bunt und voller Haltung sein darf. "Wenn ich mir vorstelle, dass hier bald Menschen wohnen, im Grünen sitzen und an einem Ort arbeiten, der lange nur eine leere Hülle war, dann ist das genau das Wien, das ich so liebe: Eine Stadt, die ihre Geschichte nutzt, um mutig Neues zu schaffen".

Auch der Bezirk steht hinter dem Vorhaben. Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) betont: "Das Projekt signalisiert einen Aufbruch im Stadtquartier. Als Bezirksvorsteher von Döbling ist es mir besonders wichtig, dass Wohnraum sowie auch Grün- und Erholungsflächen für die Bewohner*innen in Döbling so attraktiv wie möglich gestaltet werden. Wir werden die weiteren Planungsschritte selbstverständlich begleiten und dem Quartier neues Leben einhauchen".

Das sagt der Künstler

Der Künstler selbst sieht sein Werk als Dialog mit der Stadt: "Beim Projekt 'In Equality' bildet die Architektur des APA-Turms den Ausgangspunkt, wobei die Form des Gebäudes einen visuellen Dialog mit seiner Umgebung schafft. Ich habe dafür eine Komposition entworfen, die von Farbe, abstrakter Geometrie und Dekonstruktion geprägt ist. Ich lade die Bevölkerung dazu ein, den städtischen Raum damit aus einer neuen, lebendigen und spannenden Perspektive zu betrachten."

Am 7. Mai steigt vor Ort ein großes Beteiligungsfest mit Führungen, Infos und Gesprächen. Dann kannst auch Du mitreden, wie das neue Grätzl künftig aussehen soll.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.03.2026, 11:51, 29.03.2026, 11:45
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