Floridsdorf unter Druck

"Haben zu wenig Polizei" – Bezirkschef schlägt Alarm

Videoüberwachung rund um den Bahnhof Floridsdorf würde nicht reichen. Bezirksvorsteher Papai fordert erneut mehr Polizisten für den Bezirk.
Wien Heute
21.04.2026, 12:21
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Im Bezirk Floridsdorf wächst der Druck auf die Sicherheitskräfte. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung wurde nahezu einstimmig eine Resolution für öffentliche Videoüberwachung rund um den Floridsdorfer Bahnhof beschlossen.

Doch für Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) reicht das nicht aus. Er stellt klar: "Für mich ist völlig klar, diese Resolution ersetzt nicht meine langjährige Forderung nach mehr Polizistinnen und Polizisten in Floridsdorf."

Fehlende Kräfte im Bezirk

Seit Jahren fordert Papai mehr Personal für den 21. Bezirk. Der Grund: Zwischen den vorgesehenen Stellen und den tatsächlich eingesetzten Kräften klafft eine große Lücke. Laut einer parlamentarischen Anfrage von November 2025 gibt es in Floridsdorf zwar 248 Planstellen – im Dienst stehen aber nur 177 Polizist*innen.

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) fordert mehr Beamte für den Bezirk.
BV 21

Das bedeutet: Jede fünfte Polizeikraft existiert nur auf dem Papier. Bereits im Februar warnte Papai, dass nachts sogar einer von sechs stationierten Dienstwagen nicht ausrücken könne, weil schlicht das Personal fehle. Seitens der Wiener Polizei hieß es damals auf "Heute"-Nachfrage, dass kontinuierlich an der Verbesserung der Personalsituation gearbeitet werde.

Videoüberwachung nur "punktuelle Unterstützung"

Für Papai kann Kameraüberwachung zwar helfen, aber eben nur begrenzt: "Floridsdorf ist prinzipiell sicher und eine Maßnahme wie die Videoüberwachung im Umfeld des Floridsdorfer Bahnhofs kann hier eine gute Unterstützung sein. Aber eben nur eine Unterstützung und punktuell begrenzt."

Vergleich mit anderen Städten

Zahlen, die dem Bezirkschef vorliegen, würden zeigen, wie angespannt die Lage ist: Demnach kommen in Floridsdorf hochgerechnet nur 96 Polizistinnen und Polizisten auf 100.000 Einwohner*innen. Zum Vergleich: In Salzburg sind es 272, in Linz 268 und zum Beispiel im 8. Wiener Bezirk sind es 252.

Forderung nach Großstadtzulage

Trotz der schwierigen Situation findet Papai klare Worte des Lobes für die Einsatzkräfte: "Unsere Polizistinnen und Polizisten in Floridsdorf leisten hervorragende Arbeit. Engagiert, professionell und mit großem Einsatz. Aber Engagement allein kann fehlendes Personal nicht ersetzen. Wer Sicherheit will, muss auch für faire Rahmenbedingungen sorgen."

Deshalb fordert der Bezirkschef mehr Personal, eine gerechtere Verteilung der Kräfte und eine eigene Großstadtzulage für Polizeibedienstete. "Es geht nicht um Dramatisierung, sondern um Verantwortung. Mehr sichtbare Polizei stärkt das Vertrauen der Menschen und entlastet jene, die tagtäglich für unsere Sicherheit im Einsatz sind", so Papai.

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