Edlinger: "Verrückte unter den Rapid-Fans!"

Rapid kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Fan-Randale, Geldstrafen, sportliche Tiefschläge. Jetzt spricht Ehrenpräsident Rudi Edlinger über die Grün-Weißen.

Sportlich läuft es für Rapid nicht nach Wunsch, gegen Coach Goran Djuricin wird wegen der "Spuck-Affäre", auch wegen Fan-Ausschreitungen läuft noch ein Verfahren – bei Rapid ist Feuer am Dach! Das glaubt auch Ex-Präsident Rudolf Edlinger, der sich in der "Kleinen Zeitung" zur Situation der Grün-Weißen äußert. Sein Strategie-Vorschlag: keine harten Sanktionen, sondern Gespräche – und sportliche Fortschritte.

Gespräche mit Fanklubs



Bei der Fan-Situation sieht Edlinger verhärtete Fronten. "Ich kenne keinen einzigen Vorschlag zur Lösung des Fan-Problems, der machbar wäre und tatsächlich eine radikale Veränderung der Situation herbeiführen würde", meint er. Deswegen schlägt Edlinger intensivere Kommunikation vor: "Man muss mit den Leuten reden." Nachsatz: "Kaum haben sie eine Gruppierung im Griff, kommen neue Leute nach." Laut Edlinger ist es nur eine kleine Gruppe, die für Probleme sorgt: "Mit einem übergroßen Teil der Fanklubs gibt es Gespräche und Kontakte. Aber darunter verbergen sich ein paar Dutzend Leute, die Verrückte sind und ihre Aggressionen ausleben."

Loblied auf Krammer

Auch Stadionverbote hält Edlinger für eine brauchbare Lösung. "Man muss Gespräche führen, Kontrollen verstärken, massive Sanktionen – sprich Stadionverbote – aussprechen. Das Problem dabei ist aber die Beweisführung." Deswegen beneidet er Präsident Michael Krammer nicht um sein Amt. "Ich halte ihn für einen hervorragenden Präsidenten, der derzeit große Probleme hat. Es macht halt einen Unterschied, ob die Hardcore-Fans in einen VW-Bus passen oder sie einen Sonderzug brauchen."

Top drei möglich



Letztendlich soll die Lösung der Probleme auch über den sportlichen Erfolg gesucht werden. "Wir spielen nicht Fußball, damit sich 26.000 Leute freuen, sondern um zu gewinnen. Und wenn das nicht so ist, kommt es zu Polarisierungen, die ich verurteile." Was es für den sportlichen Erfolg braucht? "Wir haben in den letzten Jahren zu viele Spieler mit zu geringem Niveau verpflichtet und jetzt haben wir das Problem eines zu großen Kaders. Bevor wir an weitere Verpflichtungen denken können, müssen Spieler weg." An eine Wiederholung der Rapid-Krise aus der Vorsaison glaubt Edlinger nicht: "Ich bin überzeugt davon, dass wir unter die ersten drei kommen." (gr)

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