Der serbische Fußball steht unter Schock. Mladen Zizovic, Trainer von FK Radnicki in der höchsten Liga, ist am Montagabend in einem Spiel zusammengebrochen und Minuten danach im Spital verstorben ("Heute" berichtete).
Als die Spieler der beiden Teams – die Partie lief noch – von der Nachricht des Todes erfuhren, wurden sie von ihren Emotionen überwältigt und gingen zu Boden. Erst zu diesem Zeitpunkt brach der Schiedsrichter die Partie ab.
Auch ein Österreicher ist tief betroffen – nämlich Stefan Savic. Der 31-jährige Salzburger kickte noch vor wenigen Monaten unter Zizovic beim bosnischen Verein Banja Luka, wo der verstorbene Trainer bis zum Sommer arbeitete. Mit dem Klub erreichte Zizovic das Achtelfinale der Conference League, scheiterte dort an Rapid.
"Es war der größte Erfolg der bosnischen Geschichte. Wir haben einen Traum gelebt, hatten alle drei Tage ein Spiel und waren fast immer zusammen. Mladen war ein sehr positiver und familienfreundlicher Mensch", erinnert sich ÖFB-Legionär Savic im Gespräch mit "20min.ch". "Auf dem Platz war er hart."
Warum Zizovic verstorben ist, ist noch nicht klar. Allerdings sollen ersten Berichten zufolge Herzprobleme Auslöser sein. Als Spieler musste er seine Fußballkarriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. Als Trainer von Banja Luka machte er Andeutungen in diese Richtung, sagt Savic: "Einen Tag vor dem Spiel war er jeweils im Stresszustand, er lebte mit enorm viel Adrenalin. Einmal meinte er, dass ein solcher Stresszustand gar nicht gut für sein Herz sei."
Nach dem Coup in der letzten Saison scheiterte Zizovic mit Banja Luka heuer bereits in der Conference-League-Qualifikation und musste daraufhin noch im Sommer gehen. Kurz darauf heuerte er in Serbien an. Das Spiel am Montagabend war erst der dritte Einsatz von Zizovic als Radnicki-Coach.
Savic wollte sich das Spiel sogar anschauen, konnte dann aber doch nicht. "Ein Mitspieler verfolgte die Partie und schrieb in unserem Chat, dass da was passiert sei. Dann habe ich auf dem Smartphone eingeschaltet und gesehen, wie der Rettungswagen aus dem Stadion fährt." Kurz darauf sei klar gewesen, dass der Trainer tot sei. "Ich kann es irgendwie nicht wahrhaben."