Tränenreicher Abschied: Spontan entschloss sich Österreichs Ski-Gigant nach 13 Jahren zum Rücktritt. Jetzt bastelt der 36-jährige Flachauer an der Zukunft: Freue mich auf interessante Kapitel meines Lebens
Paukenschlag! Dienstagnachmittag, Punkt 14.01 Uhr, beendete Österreichs erfolgreichster Wintersportler aller Zeiten seine einmalige Karriere. In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz von Sponsor Raiffeisen sagte Hermann Maier Pfiat eich - nach 54 Weltcupsiegen, zwei Mal Gold bei Olympischen Spielen, drei WM-Titeln, tragischen Rückschlägen und sensationellen Comebacks. Mein Ziel war es, körperlich wieder in Schuss zu kommen und in einem guten Zustand erklären zu können, ob ich aufhöre oder weitermache. Es war mir wichtig, gesund zu sein. Und deshalb mach ich jetzt Schluss, sagte der Herminator emotional mit tränenerstickter Stimme.
Das ist allerdings nur ein Grund für den Rücktritt. In Wahrheit steckt mehr dahinter:
- Die fehlende Motivation: Maier hat in seiner Karriere alles gewonnen. Er braucht niemanden mehr etwas zu beweisen. Wenn mir Olympia-Gold noch fehlte, hätte ich weitergemacht.
- Sein körperlicher Zustand: Zwar ist Maier topfit, das Level, das er in seinen Glanzzeiten hatte, ist für ihn aber nicht mehr erreichbar. Das hatte er zuletzt beim Schnee-Training in Sölden feststellen müssen. Und Head-Rennleiter Rainer Salzgeber sagt: Er hat Angst vor weiteren Verletzungen.
- Der Renn-Stress: Mit 36 Jahren ist Maier weltcupmüde. Das frühe Aufstehen, Interviews, das Reisen - all das hat ihm zuletzt zugesetzt, verraten die Trainer.
- Lust auf Freizeit: In Zukunft will Maier seinen Hobbys fröhnen - Tennis, Tiefschneefahren, in der Sonne liegen. Ich möchte die Natur genießen, meint er.
Eingeweiht in die Rücktrittspläne waren nur ganz wenige. Am Sonntag verständigte Maier seine Familie, bereits am Freitag ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel. Der hofft, seinen Ex-Star in den Verband eingliedern zu können. Zukunftsmusik! Vorerst heißts für Maier ab in den Süden