Bei den Männern

Ein Starter weniger – große Olympia-Sorgen bei ÖSV

Kopfzerbrechen im österreichischen Skiverband. Stand jetzt hat der ÖSV bei Olympia in Norditalien einen Startplatz weniger bei den Männern.
Sport Heute
08.01.2026, 12:00
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Die Top-Nationen stellen bei den Olympischen Spielen bis zu elf Athleten. Doch bei den Männern gehört Österreichs Skiverband nicht zu diesen Top-Nationen. Denn nach aktuellem Stand darf Rot-Weiß-Rot bei den Männern nur zehn Läufer mitnehmen – die müssen dann alle Disziplinen bestreiten – also Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf, Slalom und nicht zuletzt die Team-Kombination. Bei den Frauen sind es hingegen das Maximum von elf Läuferinnen, die das rot-weiß-rote Kontingent bilden werden.

Das Problem dabei sind die vielen kleineren Nationen, die im Weltcup aufgeschlossen und so zusätzliche Startplätze ergattert haben – etwa Brasilien mit dem gebürtigen Norweger Lucas Pinheiro Braathen, der Belgier Sam Maes oder der Finne Eduard Hallberg. "Es wird so sein, dass Top-30-Fahrer im Weltcup zu Hause bleiben, Leute mitfahren, die mit Startnummer 131 kommen und 15 Sekunden verlieren", meinte Österreichs Alpin-Chef Christian Mitter in der "Krone".

Nur zehn ÖSV-Männer bei Olympia?

Grundsätzlich erhält im durchaus komplizierten Olympia-Qualifikationsverfahren jede Nation mit einem FIS-Läufer einen fixen Startplatz (D1). Jede Nation, die dann einen Top-30-Fahrer stellt, erhält zwei weitere fixe Olympia-Plätze. Da fällt der ÖSV hinein, freilich aber eben auch Nationen wie Brasilien oder Belgien. "Die Brasilianer haben dank Lucas Braathen drei Olympia-Startplätze", erklärte der ÖSV-Alpinchef.

Danach muss der Rechenschieber herausgeholt werden. Erst wird nämlich geschaut, wie viele der 153 Olympia-Quotenplätze so bereits vergeben sind. Danach erfolgt die Zuteilung der weiteren Plätze über die sogenannte "Olympic Allocation List". Hier zählen pro Athlet die fünf besten Resultate in zwei Disziplinen seit Sommer 2024. Stichtag ist der 25. Jänner – also nach dem Weltcup-Klassiker in Kitzbühel und vor den Rennen von Schladming.

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Aktuell ist der Cut bei Platz 49, finden sich sieben rot-weiß-rote Läufer in der Wertung, plus den drei vorher zugeteilten Plätzen macht dies eine Quote von zehn Startplätzen, während die Schweiz als einzige Nation bei den Männern elf Athleten stellt. "Wir brauchen mehr Zwei-Disziplinen-Fahrer", so Mitter etwa mit Blick auf Riesentorlauf-Ass Stefan Brennsteiner, der nur in einer Disziplin punktet, so kaum Relevanz für diese Wertung hat.

Noch acht Rennen

Nun droht Österreichs Männern jedenfalls das kleinste Olympia-Aufgebot seit 1994, mit der Folge, dass womöglich die vier Startplätze pro Rennen, die Österreich zustehen, nicht ausgeschöpft werden könnten, Slalom-Spezialisten zu Hause bleiben müssten. Anders ist die Lage bei den Frauen, wo neben Österreich auch die Schweiz, die USA und Italien das volle Kontingent stellen.

Noch ist aber nichts verloren. Der Klassiker-Winter mit den Rennwochenenden in Adelboden, Wengen und Kitzbühel steht bevor, können österreichische Stars noch Top-Ergebnisse nachlegen. Gefordert wären etwa die Slalom-Asse Manuel Feller und Fabio Gstrein, sowie die Speed-Läufer Vincent Wieser, Andreas Ploier, Daniel Danklmaier oder Stefan Rieser, die außerhalb der Top-49 liegen. Oder der ÖSV profitiert von nicht wahrgenommenen Quotenplätzen anderer Nationen...

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.01.2026, 12:00
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