Nach außen war alles perfekt. Chart-Hits, ausverkaufte Konzerte, der große Traum vom Musikerleben. Doch während die Erfolgsgeschichte für andere sichtbar war, verlor ThorsteinnEinarsson hinter den Kulissen immer mehr den Halt. "Ich habe ein massives Alkoholproblem gehabt", gesteht er im "Mindgames"-Podcast.
Es begann schleichend. Immer mehr Alkohol, immer weniger Kontrolle. "Du fällst in eine Depression und verlierst dich selber. Ich habe viel zu viel getrunken." Irgendwann kam der Moment, in dem er sich selbst im Spiegel nicht mehr erkannte. Und plötzlich war da nur noch ein Gedanke: "Du wirst draufgehen."
Dann kam der November 2022. Sein großer Bruder starb kurz vor seinem 31. Geburtstag an einer Drogenüberdosis. "Das war der schwierigste Moment in meinem Leben", so der Musiker offen. Doch zwischen Trauer und Schock war es vor allem eines: "Der größte Reality-Check". Für ihn war nie deutlicher: "Jetzt musst du aufhören, sonst bist das auch du."
Rückblickend ist ihm klar: So schmerzhaft wie der Tod seines Bruders war, ohne dieses Erlebnis hätte er nicht realisiert, wie schlecht es wirklich um ihn stand.
Der Musiker zog die Reißleine und hörte auf zu trinken. Schon nach sechs Monaten fühlte sich sein Leben für ihn völlig anders an. "Die beste Entscheidung meines Lebens war aufzuhören", erzählt er. Denn heute weiß er, wie ernst die Situation war: "Wenn ich es nicht in den Griff bekommen hätte, wäre ich nicht alt geworden. Ich glaube, mein Körper hätte da nicht so lange ausgehalten."