Sport

Einbildung: Skyrunner Stangl war doch nicht am K2

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:05

Fälschung und Betrug: Der steirische Extrembergsteiger Christian Stangl hat doch nicht den 8611 Meter hohen K2 bestiegen. Das Gipfelfoto ist gefälscht. Stangl : "Habe mir Gipfelsieg nur eingebildet."

Christian Stangl ist entgegen eigener Angaben doch nicht auf dem Gipfel des K2 gestanden. Das gab der steirische Skyrunner heute bei einer Pressekonferenz in Wien zu. Das Beweis-Foto entstand vermutlich auf einer Höhe von etwa 7.500 Metern - mehr als 1.000 Meter unter dem Gipfel. "Ich war in einem tranceartigen Zustand und ich dachte, ich sei am höchsten Punkt des Berges", erklärte Stangl.

Furcht vor dem Versagen

Nach sieben Versuchen in drei Sommern, den Berg zu bezwingen, sei die Kombination von körperlicher Existenzangst und der Furcht vor dem Versagen ausschlaggebend gewesen, dass sich sein Bewusstsein derart verändert habe, erklärte Stangl. Erst nachdem die Anspannung der Strapazen in Österreich nachgelassen haben, sei ihm "nach und nach bewusst geworden", dass er doch nicht am Gipfel des mit 8.611 Metern zweithöchsten Bergs gewesen sein konnte. Gespräche mit seiner Freundin und der Familie bestärkten den 44-Jährigen, es sich selbst einzugestehen und öffentlich zu machen.



"Am meisten leid tut es mir für mich selbst. Es ist der größte Schaden für mich selbst", betonte Stangl.Vorwürfe, dass er nur aufgrund von Medienrecherchen und Erpressungsversuchen anderer Bergkameraden den nicht geglückten Aufstieg publik machte, wies er zurück.

Messner: "Nicht einmal Fußnote"

Für Bergsteigerlegende Reinhold Messner ist Stangl mit oder ohne gefälschtem K2-Gipfelfoto "nicht einmal eine Fußnote in der alpinen Geschichte". Grundsätzlich interessiere es Messner in "keiner Weise" wie schnell jemand auf einen Berg steige. Das habe nichts mit Bergsteigen im eigentlichen Sinn zu tun, sondern sei bestenfalls "Pistenalpinismus".

Hauptsponsor droht mit Konsequenzen

Und während Stangl eine Auszeit nehmen will - sein Rekordversuch, die 14 höchsten Berge der Welt zu erklimmen, ist gescheitert - droht sein Hauptsponsor, der Bergsport-Ausrüster Mammut mit Konsequenzen. Er muss sich erklären, dann sehen wir weiter. Seine ehrliche Beichte in Ehren, aber wir distanzieren uns von jeder Art der Täuschung, erklärte Sprecher Harald Schreiber.

APA/red.

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