Seit Jahren sorgt eine besonders gefährliche Einbruchsmasche in Wien für Angst: Täter präparieren Türschlösser mit ätzender Salpetersäure, um in Wohnungen zu gelangen. Seit 2022 sollen auf diese Weise knapp 150 Wohnungen betroffen gewesen sein. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, gelang der Polizei nun ein wichtiger Schlag gegen mutmaßliche Mitglieder der Bande.
In der Nacht auf Sonntag, den 16. August, sollen zwei Georgier im Alter von 42 und 40 Jahren in einem Wohnhaus in der Hafengasse in Wien-Landstraße zugeschlagen haben. Kurz nach 2 Uhr sollen sie gerade mehrere Türschlösser mit Säure bearbeitet haben, als sie offenbar gestört wurden. Womöglich hatte ein Bewohner verdächtige Geräusche gehört, schreibt die "Krone".
Die beiden Männer ergriffen daraufhin die Flucht und fuhren mit einem Auto in Richtung Bratislava. Weit kamen sie allerdings nicht: Kurz vor 5 Uhr stoppten Polizisten das Duo auf der A4 in Niederösterreich. Beute hatten die beiden laut "Kronen Zeitung" keine bei sich.
Die Masche der Säure-Einbrecher ist besonders perfide: Häuser werden dem Bericht zufolge zunächst ausspioniert. Mit hauchdünnen Kleberfäden an den Türrahmen überprüfen die Täter, ob Bewohner längere Zeit nicht zu Hause sind. Danach wird Salpetersäure eingesetzt, um die Schlösser zu zerstören. Besonders häufig betroffen sind ältere Wohnhäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren.
Die Folgen sind oft enorm: Nicht nur die Schlösser und Türen werden zerstört, auch Parkettböden können durch die Säure schwer beschädigt werden. In mehreren Fällen musste sogar die Feuerwehr Gebäude belüften. Bisher soll es nur wenige Leichtverletzte gegeben haben.
Erst im Sommer waren laut "Kronen Zeitung" mindestens 18 Wohnungen in mehreren Wiener Bezirken ins Visier einer Säure-Bande geraten. Die Ermittlungen gegen noch mehr Täter laufen daher weiter.
Der Zugriff auf der A4 ist ein Erfolg für die Ermittler. Das Ende der Säure-Einbrüche in Wien dürfte er aber weiterhin nicht bedeuten.