Der Föhrenwald kommt nicht zur Ruhe. Erst am 9. August hatten die Einsatzkräfte nach dem verheerenden Waldbrand bei St. Egyden am Steinfeld offiziell "Brand aus" gegeben. Rund 100 Hektar waren damals den Flammen zum Opfer gefallen. Als wahrscheinlichste Ursache gilt Phosphor aus alter Weltkriegsmunition.
Nur fünf Tage später, am Freitag, dem 14. August, brach erneut ein Feuer im Föhrenwald aus. Diesmal handelt es sich allerdings um ein anderes Gebiet, wie Patrik Lechner vom Bezirksfeuerwehrkommando Neunkirchen am Sonntag im "Heute"-Gespräch erklärt. Das Feuer entwickelte sich zudem in die andere Richtung – und damit Richtung Wohngebiet.
"Wir haben den Waldbrand weitgehend unter Sicherheit gebracht", zieht Lechner am Sonntag Bilanz. Etwa 64 Hektar Wald wurden bei dem zweiten Brand zerstört – das sind etwa 90 Fußballfelder Fläche.
Der Großeinsatz hatte enorme Ausmaße: Insgesamt standen 91 Feuerwehren mit rund 830 Feuerwehrkräften im Einsatz. Elf Hubschrauber unterstützten die Löscharbeiten aus der Luft.
Besonders dramatisch war die Situation am Freitag. Rund 250 Bewohner der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld mussten ihre Häuser verlassen. "Sie wurden zur Sicherheit evakuiert, konnten aber am selben Abend wieder zurück in ihre Häuser", betont Lechner.
Während die Bewohner unverletzt blieben, mussten vier Einsatzkräfte unter anderem wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung ambulant behandelt werden.
Mittlerweile hat sich die Lage deutlich entspannt. Am Samstag um 18 Uhr konnten die außerörtlichen Feuerwehren abbestellt werden. Seither sind vor allem die örtlichen Kräfte gefordert. Sie fahren weiterhin die verbrannten Flächen ab und löschen immer wieder Glutnester.
Eine rasche endgültige Entwarnung gibt es dennoch nicht. "Das Ablöschen der aktuellen Glutnester wird jedenfalls sicher noch mehrere Tage dauern", sagt Lechner.
Zumindest der Wind spielt den Einsatzkräften derzeit in die Karten. Laut Lechner weht nur ein "leichtes Lüfterl". Dadurch werde verhindert, dass sich das Feuer erneut rasch ausbreitet.
Die Ursache des zweiten Brandes ist weiterhin unklar. Anders als beim Feuer Anfang August gibt es damit bisher keinen Hinweis darauf, wodurch die Flammen diesmal ausgelöst wurden. Beim ersten Brand des Föhrenwaldes wurde später festgestellt, dass sich im Wald befindender Phosphor aus alter Weltkriegsmunition selbst entzündet haben soll. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in diesem Gebiet eine Munitionsfabrik.
Obwohl für Montag Regen angekündigt wurde, dürfte dieser im Kampf gegen die Flammen kaum zum großen Helfer werden. Lechner bezweifelt, dass die wenigen erwarteten Millimeter Niederschlag eine spürbare Wirkung auf den Waldbrand haben werden.