Der Montag wird zur großen Belastungsprobe für den Berufsverkehr nach dem verheerenden Kabelbrand beim Wiener Praterstern – "Heute" berichtete. Tausende Pendler aus Niederösterreich müssen zum Wochenstart mit längeren Fahrzeiten, zusätzlichen Umstiegen und vollen Ersatzbussen rechnen.
Bei dem Brand wurden rund 20 Kilometer Kabel beschädigt. Deshalb fahren zwischen Wien Praterstern und Wien Hauptbahnhof derzeit keine Nahverkehrszüge. Die ÖBB haben Teile des Notfahrplans, der eigentlich erst mit der großen Stammstreckensperre ab 7. September vorgesehen war, vorgezogen.
Für Niederösterreicher ist die Lage besonders mühsam, denn zusätzlich zu den Folgen des Kabelbrands laufen bereits umfangreiche Bauarbeiten nördlich von Wien.
Wer etwa aus Wiener Neustadt, Baden oder Mödling nach Wien pendelt, muss aufpassen: Nahverkehrszüge aus dem Süden enden derzeit am Wiener Hauptbahnhof, teilweise bereits in Meidling.
Wer normalerweise mit der S-Bahn weiter in Richtung Rennweg, Wien Mitte oder Praterstern fährt, muss auf die Wiener Linien ausweichen. Zwischen dem Bahnhof Meidling und der U4-Station Längenfeldgasse fährt zusätzlich ein Shuttlebus. Von dort geht es mit U4 oder U6 weiter.
Noch komplizierter ist die Lage für Pendler aus dem Weinviertel. Wegen der bereits laufenden Bauarbeiten gibt es auch auf der Nordbahn und der Laaer Ostbahn Einschränkungen: Die S1 fährt nur bis Wien Süßenbrunn. Von dort bringt der Ersatzbus SV901 die Fahrgäste über Rennbahnweg zum Kagraner Platz und damit zur U1.
Auf der S2 ist in Gerasdorf Schluss. REX2-Züge enden bereits in Wolkersdorf. Ersatzbusse fahren weiter Richtung Wien und bieten unter anderem Anschlüsse an U1 und U6. Der REX1 wird über Wien Stadlau und Wien Simmering zum Wiener Hauptbahnhof umgeleitet.
Pendler von der Nordwestbahn müssen ebenfalls mehr Zeit einplanen. Die S3/S4 endet in Wien Jedlersdorf. Beim REX3 ist bereits in Korneuburg Endstation.
Von Korneuburg fahren Expressbusse entweder direkt zum Wiener Praterstern oder zum Handelskai. Dort können Pendler auf U-Bahn und andere Öffis umsteigen.
Aufpassen heißt es auch für Niederösterreicher aus dem Raum Schwechat und Fischamend. Die S7 fährt derzeit erst ab Wien Geiselbergstraße Richtung Flughafen und weiter nach Fischamend.
Zwischen Wien Mitte und Geiselbergstraße wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Wer aus Richtung Flughafen oder Schwechat in die Wiener Innenstadt will, muss entsprechend zusätzlich umsteigen. Der Flughafen selbst bleibt über Fernverkehrszüge vom Wiener Hauptbahnhof erreichbar.
Entspannung ist vorerst nicht in Sicht: Die Reparatur-Sperre dauert voraussichtlich bis 7. September. Danach gehen die Bauarbeiten nahtlos in die bereits geplante monatelange Hauptsperre der Wiener Stammstrecke über.