Für viele Wiener Pendler steht am Montag der erste Arbeitstag mit dem vorgezogenen Notfahrplan bevor. Nach dem folgenschweren Kabelbrand am Praterstern ist der Zugverkehr auf der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und Hauptbahnhof gesperrt.
Die ÖBB raten Fahrgästen, mehr Zeit einzuplanen und sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren. Die Stammstrecke gehört zu den wichtigsten Verkehrsadern der Ostregion. Rund 250.000 Menschen sind hier täglich unterwegs.
Der Grund für die massiven Auswirkungen ist das Ausmaß des Schadens. Laut ÖBB wurden bei dem Brand rund 20 Kilometer Kabel beschädigt.
Das Stellwerk am Praterstern steuert nicht nur den dortigen Bahnhof. Auch Weichen und Signale in Wien Mitte und Rennweg hängen laut ÖBB-Sprecherin Judith Winder an der Anlage.
"Wir haben in der Nacht die ganzen kaputten Kabel entfernt. Die neuen Kabel werden auch schon angeliefert", sagte die Sprecherin der Presse. "Aber das ist natürlich nicht so, dass man da einfach das Kabel verlegt, ansteckt und alles fährt wieder. Es müssen insgesamt 20 Kilometer Kabel neu verlegt werden. Und natürlich muss das alles überprüft und getestet werden. Das dauert einfach lange", erklärte Winder weiter.
Wegen des Kabelbrands haben die ÖBB den Notfahrplan vorgezogen, der ursprünglich erst ab 7. September gelten sollte.
ÖBB-Tickets werden auf den betroffenen Verbindungen von den Wiener Linien anerkannt. Damit können Fahrgäste auf U-Bahn, Straßenbahn und Bus ausweichen.
Zwischen Floridsdorf und Praterstern gibt es einen Schienenersatzverkehr. Zusätzlich fährt zwischen Wien-Meidling und Längenfeldgasse ein Shuttlebus, der die U6 entlasten soll.
Auch wer zum Flughafen fährt, sollte mehr Zeit einplanen. Zwischen Wien Mitte und Geiselbergstraße gibt es einen Schienenersatzverkehr. Von dort können Reisende mit der S7 weiterfahren.
"Man braucht 15 Minuten länger zum Flughafen", erklärte Winder gegenüber der "Presse". Über den Wiener Hauptbahnhof ist der Flughafen weiterhin mit dem Zug erreichbar.
Sollten die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichen, wollen die ÖBB prüfen, welche weiteren Ersatzmaßnahmen gesetzt werden können.
Was den Kabelbrand ausgelöst hat, ist noch nicht geklärt. Laut Winder gab es zuletzt keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die Ursachenforschung läuft.
Der weitere Zeitplan der bereits geplanten Arbeiten an der Stammstrecke soll nach aktuellem Stand trotzdem halten. Priorität der ÖBB ist es, ab 7. September wieder zwischen Praterstern und Floridsdorf zu fahren. Danach soll die geplante Hauptsperre wie vorgesehen starten.