Einsteigen, hinsetzen und der Bus fährt los – ganz ohne Fahrer: Die ÖBB testen jetzt einen Elektrobus, der große Teile der Fahrt selbst übernehmen kann. Der vollautomatisierte Bus soll zunächst in Alpbach seine Runden drehen und danach in Wolfurt sogar im regulären Linienverkehr eingesetzt werden.
Der Bus stammt vom türkischen Hersteller Otokar und fährt nach SAE Level 4. Heißt: Auf einer festgelegten Strecke kann das Fahrzeug grundsätzlich selbstständig fahren, ohne dass der Fahrer ständig eingreifen muss. „Autonomes Fahren ist keine Zukunftsvision mehr, sondern eine Technologie mit großem Potenzial für den öffentlichen Verkehr", betont ÖBB CEO Andreas Matthä.
Ganz ohne Mensch an Bord geht es vorerst aber nicht. Eine geschulte Sicherheitsperson muss mitfahren.
Bis zu 32 Passagiere haben in dem E-Bus Platz. Er ist zudem barrierefrei und verfügt über eine Rollstuhlrampe.
Jetzt wird es ernst: Beim European Forum Alpbach soll der autonome Bus erstmals in Österreich unter realen Bedingungen getestet werden. Danach ist der nächste Schritt geplant. Am Campus Wolfurt soll der E-Bus Unternehmen in einem Industriepark mit der S-Bahn verbinden.
Für die ÖBB ist das Projekt ein Test für die Mobilität von morgen. Besonders dort, wo klassische Buslinien schwer wirtschaftlich zu betreiben sind, könnte die Technik künftig zum Einsatz kommen. Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) sieht vor allem " in ländlichen Regionen oder zu Zeiten, in denen ein klassischer Linienbetrieb nur schwer darstellbar ist", großes Potenzial.
Der Hersteller hat bereits Erfahrung: In Madrid ist ein autonomer e-CENTRO C schon im regulären Linienverkehr unterwegs. Nun soll sich zeigen, ob die Technik auch auf Österreichs Straßen funktioniert. Läuft der Test erfolgreich, könnte der fahrerlose Bus künftig auch in anderen Regionen Österreichs unterwegs sein.