Graz macht es anders

Tigermücken-Plage – Stadt plant keine Bekämpfung

Die Tigermücke breitet sich in Wien weiter aus – doch eine großflächige Bekämpfung ist derzeit nicht geplant.
Wien Heute
13.08.2026, 14:26
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Die Tigermücke ist längst kein Einzelfall mehr: Seit ihrem ersten Nachweis im Jahr 2021 hat sich die invasive Art in ganz Wien ausgebreitet. Während Graz mit einer speziellen Bekämpfungsmethode deutliche Erfolge erzielt, sind in der Bundeshauptstadt derzeit keine Maßnahmen gegen die Plage geplant, wie ORF Wien berichtet.

Die aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wird in Wien immer häufiger. Laut Expertinnen der AGES hat sie an manchen Standorten die heimischen Gelsen bereits überholt. "Inzwischen haben wir für einzelne Standorte in Wien, wo die Tigermücke die häufigste Art in den Fängen drinnen ist", sagte Zoologin Karin Bakran-Lebl von der AGES gegenüber dem ORF.

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Anrainer klagen über aggressive Mücken

Besonders betroffen war zunächst die Kleingartensiedlung Wasserwiese im Prater, wo die ersten Tigermücken 2021 entdeckt wurden. Inzwischen berichten Anrainer aus mehreren Bezirken von massiven Problemen.

"Am frühen Abend, wenn man draußen ist, wird es dann schon sehr aggressiv", schildert ein Anrainer. Die Mücken seien oft von früh bis spät in die Nacht aktiv.

Brutstätten mitten in der Stadt

Die AGES geht davon aus, dass sich die Tigermücke weiter ausbreiten wird. Grund dafür sind zahlreiche künstliche Wasserstellen wie Regentonnen, Blumentopfuntersetzer oder andere Gefäße, in denen sich Wasser sammelt.

"Wir haben die Blumentopfuntersetzer, wir haben die Regentonnen. Das sind lauter Wasserstellen", erklärte Bakran-Lebl. Selbst bei großer Hitze würden diese Brutplätze bestehen bleiben, weil Pflanzen weiterhin gegossen werden.

Keine Maßnahmen in Wien geplant

Obwohl Tigermücken grundsätzlich tropische Viruskrankheiten übertragen können, wird das Erkrankungsrisiko in Österreich als sehr gering eingeschätzt. Dennoch sorgt die zunehmende Verbreitung für Diskussionen – vor allem, weil Wien derzeit keine aktive Bekämpfungsstrategie verfolgt.

Wie der ORF berichtet, sind vom Gesundheitsdienst der Stadt Wien keinerlei Maßnahmen gegen die Bekämpfung der Tigermücken-Plage in Planung. Eine Methode wie in Graz, bei der sterile Tigermücken-Männchen freigesetzt werden, sei für Wien nicht vorgesehen. Als Gründe nennt die Stadt unter anderem die Größe des Stadtgebiets, die hohe Bevölkerungsdichte und den laufenden Eintrag neuer Mücken über den Fernverkehr.

Graz macht es vor

In Graz wurde hingegen auf die sogenannte Sterile-Insekten-Technik (SIT) gesetzt. Dabei werden unfruchtbare Männchen freigelassen, die sich mit Weibchen paaren, wodurch keine Nachkommen entstehen. Laut Angaben aus Graz wurden bis zu acht Millionen sterile Tigermücken-Männchen ausgesetzt – das Vorkommen der Tigermücke konnte dadurch um 70 Prozent reduziert werden. Für das Projekt investierte die Stadt rund 150.000 Euro.

Die Wiener KPÖ fordert nun ein Umdenken. "Wir fordern die Stadt Wien auf, vom erfolgreichen Grazer Projekt zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zu lernen. Graz zeigt, dass eine aktive, wissenschaftlich fundierte Bekämpfungsstrategie wirksam ist", sagt KPÖ-Wien-Landessprecher Mario Memoli.

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