Für viele Familien wird der Schulbeginn heuer zur finanziellen Belastungsprobe. Wenige Wochen vor dem Start ins neue Schuljahr warnt die Caritas vor wachsender Bildungsarmut und ruft zu Spenden sowie freiwilliger Unterstützung auf.
"Bildung ist der Schlüssel zu einer selbstbestimmten Zukunft. Doch noch immer hängen die Chancen vieler Kinder stärker von Einkommen und Bildungshintergrund der Eltern ab als von den eigenen Talenten", sagt Caritasdirektor Klaus Schwertner. Sein Appell: "Wer Armut bekämpfen will, muss Bildung stärken."
Laut Caritas geben Familien durchschnittlich rund 2.200 Euro pro Kind und Schuljahr für Bildung aus. Gerade für Haushalte mit geringem Einkommen sei das kaum zu stemmen. Deshalb bietet die Caritas in ihren Wiener carla-Standorten günstige Schultaschen, Hefte, Stifte, Kinderkleidung und sogar Schreibtische an.
Abgabestellen carla Schulstartaktion:
-carla mittersteig // Mittersteig 10, 1050 Wien
-carla Nord // Steinheilgasse 3, 1210 Wien
-carla Stephansplatz // Stephansplatz 5, 1010 Wien
Freiwillig mithelfen:
Interessierte können sich unter [email protected] melden.
"Mit der Schulstartaktion helfen wir rasch, unbürokratisch und ganz konkret, damit Kinder gut ins neue Schuljahr starten können und Familien finanziell entlastet werden", so Schwertner.
Besonders groß ist auch der Bedarf an kostenloser Lernunterstützung. In den österreichweiten 75 Lerncafés werden derzeit knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler begleitet. Gleichzeitig warten rund 1.000 Kinder auf einen Platz, davon 180 in Wien und dem östlichen Niederösterreich.
Kinder und Familien im wirhelfen.shop unterstützen:
Mit 10 Euro einen Tag im Lerncafé schenken Mit 23 Euro armutsbetroffenen Kindern eine Schultüte schenken
Martina Polleres-Hyll, Leiterin der Caritas Bildungsangebote, sagt: "In beiden Projekten erhalten Kinder jene individuelle Unterstützung, für die im Schulalltag oft Zeit und Ressourcen fehlen." Laut Caritas verbessern 93 Prozent der betreuten Kinder ihre Leistungen oder schließen das Schuljahr positiv ab.
Die Caritas begrüßt zusätzliche Investitionen der Bundesregierung in den Bildungsbereich, fordert aber rasche Verbesserungen. Neben mehr Personal brauche es einen stärkeren Ausbau von Schulsozialarbeit, schulpsychologischen Angeboten und ganztägigen Bildungsprogrammen.
"Wer Bildungsgerechtigkeit ernst meint, muss auch Kinderarmut bekämpfen", betont Schwertner. Die Caritas fordert deshalb erneut eine Kindergrundsicherung und armutsfeste Sozialleistungen für Familien.